3D-Drucker für Zuhause – was erwartet uns 2016?

3D-Drucker für Zuhause - was erwartet uns 2016?

3D-Drucker für Zuhause – was erwartet uns 2016? (Quelle: „3D Printing 1“ von Son of Groucho , Lizenz: CC BY 2.0)

„Schatz, druckst du bitte noch die Weihnachtsgeschenke für die Kinder?“ – Ob das ein Satz ist, den wir Dezember 2016 bereits hören? Wir orakeln ein wenig.

3D-Drucker: von der Industrie in den Privathaushalt

Der neue 3D-Drucker von Renkforce: RF2000.

Der neue 3D-Drucker von Renkforce: RF2000.

2015 war bzw. ist das Jahr des 3D-Druckers. Die Printer, die mehr als nur Text auf Papier ausgeben, waren in aller Munde, haben jedoch ihre Ursprünge in der Industrie. Hier wurden 3D-Drucker verwendet, um Prototypen fertigen zu können oder Produkte um Bauteile zu ergänzen. Eine atemberaubende Technik, bei der bereits das Zugucken für Freude sorgt: in einem Metallgerüst bewegt sich die Druckkopf-Plattform hin und her und erzeugt nach und nach das Objekt.

Mittlerweile existieren 3D-Drucker auch für den Privatgebrauch. So beispielsweise der Renkforce RF2000; ein 3D-Drucker, der durchs Conrad Technology Centrum entwickelt wurde. Der Profi-3D-Drucker erstellt dreidimensionale Modelle und kann beispielsweise im Modellbau Einsatz finden. Das 3D-Druckermodell wird inklusive CAD-Designsoftware von Franzis geliefert und kann durch eine Gravier-/ Fräslösung erweitert werden. Neben Kunststoff lassen sich auch Holz, GFK sowie Aluminium bearbeiten; die Einsatzmöglichkeiten sind also vielseitig.

Einstiegsmodelle existieren bereits für um die 600 Euro. Diese verarbeiten zumeist Kunststoff und arbeiten nach dem sogenannten Fused Deposition Modeling-Verfahren, kurz: FDM. Dabei wird ein Kunststoffdraht so erhitzt, dass dieser als feiner Faden das zu druckende Objekt formt. Für das Erstellen von Modellen mag das genügen, wer jedoch mehr Material verarbeiten und zudem die erstellten Objekte auch nutzen möchte, muss noch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Unterschiedliche Druckverfahren

Neben dem bereits erwähnten FDM-Verfahren existieren noch die Funktionsweisen Selective Laser Sintering (SLS) und Stereolithographie (SLA). Mittels SLS lassen sich neben Plastik auch Keramik, Glas und Metall verarbeiten. Hier wird es schon spannender! Einzelne Partikel des jeweiligen Rohmaterials werden mithilfe eines Lasers so verschmolzen, dass sie aneinander haften. Damit ist beim Endprodukt auch eine gewisse Hitzeresistenz gegeben.

SLA ist eine Erfindung von Chuck Hull, seines Zeichens Gründer von 3D Systems. Die Methode geht bis ins Jahr 1986 zurück. Man setzt lichtempfindlichen Kunststoff in flüssiger Form als Rohmaterial ein. Ein UV-Laser bestrahlt das entstehende Objekt und bringt es somit schichtweise zum Erstarren. Stützende Strukturen sind bei dieser Methode unabdingbar, da mit flüssigem Kunststoff gearbeitet wird. Diese müssen nach dem Drucken manuell entfernt werden.

FDM ist das Verfahren, das derzeit am häufigsten genutzt wird – nicht zuletzt deshalb, weil Aufwand und Kosten so human sind, dass diese 3D-Drucker überhaupt eine Chance haben, in privaten Haushalten zu landen. Mittlerweile dreht man übrigens am großen 3D-Rad: nicht nur Kunstharze, Glas oder Metall werden verarbeitet, sondern auch schon Lebensmittel, etwa Zucker.

Etwas Statistik: 3D-Druck gehört zu den Top-Technologietrends 2015

3D-Drucker liegen hoch im Kurs und das sieht man auch.

3D-Drucker liegen hoch im Kurs und das sieht man auch. (Quelle: Statista)

Eine Infografik des Statistik-Portals statista zeigt, dass man davon ausgeht, dass sich der Umsatz von 3D-Printern bis 2018 auf um die 5,4 Milliarden Dollar steigert. Bei damit zusammenhängenden Dienstleistungen sowie Materialien sollen sich die Umsatzzahlen auf 10,8 Milliarden Dollar steigern. Auch das Marktforschungsinstitut Gartner hat bereits Ende 2014 in die Glaskugel geschaut und zählt 3D-Drucker zu den Top-3-Technologietrends des Jahres 2015. Diese Einschätzung dürfte sich mehr als bestätigt haben.

Warum der 3D-Druck so bedeutsam ist, dass einige Medien bereits von der „dritten industriellen Revolution“ sprechen? Vielleicht gibt dir unser Blogbeitrag „Gelebte Science-Fiction: Zukunftsprojekte mit 3D-Druckern“ bereits einen Eindruck. Nachhaltiges Bauen, Lösungen für die Hungerprobleme entsprechender Länder, aber auch medizinische Lösungen wie das Drucken von Organen und Implantaten machen diese Branche so bedeutsam für die ganze Welt und deren Entwicklung. 3D-Druck ist mehr als blankes Modellieren irgendwelcher Objekte.

Und wann werden 3D-Drucker richtig privattauglich?

Seien wir ehrlich: noch ist es nicht soweit, dass in jedem Haushalt ein 3D-Drucker wie selbstverständlich dafür sorgt, dass wir uns unsere eigene Welt kreieren können. Denn noch kosten 3D-Drucker für den Hausgebrauch zwischen 600 – 2.300 Euro. Was sich damit anstellen lässt, ist bei vielen Modellen noch ziemlich wackelig, womöglich auch ungenau. Die Produzenten entsprechender Printer haben jedoch den Trend erkannt und werden ihn nutzen. Steckt der 3D-Druck für den privaten Gebrauch derzeit noch fest in den Kinderschuhen, wird er Mitte 2016 sicherlich schon laufen lernen und Ende 2016 womöglich schon den Gabentisch zum Weihnachtsfest schmücken.

Der M3D ist für jedes Wohnzimmer geeignet. 3D Drucker

Der M3D ist für jedes Wohnzimmer geeignet. (Screenshot: „The Micro 3D Printer: Quick Start Video Guide“ von M3D)

Dass 3D-Drucker in privater Hand gewollt sind, zeigt eine Kickstarter-Kampagne: das Unternehmen M3D hat einen 3D-Drucker zu einem Kaufpreis von 299 Dollar produziert. Das Förderziel von 50.000 Dollar war innerhalb von sagenhaften elf Minuten (!) gedeckt – letztlich kamen sogar 3.401.361 Dollar zusammen!

Verschiedene Hersteller wie Hewlett Packard und Canon möchten den 3D-Druck pushen. Canon wird beispielsweise ab Januar 2016 3D-Drucker aus dem Hause 3D Systems auf dem deutschen Markt vertreiben und übernimmt Support und Service. Womöglich kommt noch ein eigenes Gerät dazu; ein Prototyp existiert bereits. HP wollte einen hauseigenen 3D-Drucker bereits 2015 veröffentlichen, geht nun jedoch davon aus, dass es 2016 soweit sein wird. Gartner prophezeit mittlerweile, dass sich der Umsatz von 3D-Druckern allein im Jahre 2016 weltweit um 103 % steigern wird.

Wachsende Begeisterung für einen wachsenden Markt. Der richtige Durchbruch fürs private Umfeld fehlt jedoch noch. Denn auch die eben erwähnten Hersteller fokussieren sich noch auf die Industrie. Um hier Abhilfe zu schaffen und dir eine Lösung zum Umsetzen deiner 3D-Ideen zu geben, haben wir unseren Service 3D Printhub geschaffen: in unserer Filiale in München Moosach kannst du dich beraten und deine Objekte drucken lassen wie in einem Copy-Shop. Komme vorbei und lerne die dazugehörigen Workstations mit 3D-Scanner und -Drucker kennen; wir freuen uns aufs Umsetzen deiner Ideen!

In der Münchner Conrad Filiale kannst du den neuen Renkforce RF2000 live besichtigen!
Komm vorbei, und druck deine eigene Ideen aus!


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