Auslandssemester in Neuseeland. Eine Erfahrung fürs Leben

von Tanja

Roman Käß ist 22 Jahre alt, Student der Fachrichtung BWL-Handel und hat seinen Conrad-Kollegen eines voraus: Für 5 Monate absolvierte Roman ein Austauschsemester in Nelson, Neuseeland. An der Nordspitze der Südinsel verbrachte er das 3. Semester seines Studiums an einer Partneruniversität der Dualen Hochschule Heidenheim.
Darüber, wie ihm sein Aufenhalt gefallen hat und welche Erfahrungen er mitgenommen hat, sprach ich mit Roman für das Conrad-Blog.


Hallo Roman und danke, dass du dir die Zeit für ein Interview genommen hast. Zuallererst würde mich interessieren was für dich ausschlaggebend war, ein Austauschsemester zu absolvieren?

Dualer Student Roman

Roman Käs war von Februar bis Juni Student in Nelson, Neuseeland. Im Interview stand er uns Rede und Antwort.

Ausschlaggebend war für mich eigentlich der Reiz, während meines Studiums die andere Seite der Welt zu sehen und ins Ausland gehen zu können. Die Möglichkeit wollte ich unbedingt nutzen, schon als in der Uni die Tafel mit den Partneruniversitäten, die sich am Austauschprogramm beteiligen, aushing.
Und Conrad hat mich bei meinem Austausch-Vorhaben ja auch sehr unterstützt, was mir das Studentenleben dort leichter machte.

Warum fiel deine Wahl ausgerechnet auf eine Universität in Neuseeland, dass so weit von Deutschland entfernt ist?

Von Neuseeland hatte ich einmal gehört, dass es eines dieser Länder ist, das man unbedingt einmal gesehen haben sollte, aber dass die wenigsten tatsächlich einmal hinreisen. Mir war klar, dass ich abwägen muss, inwiefern mir Neuseeland den Aufwand wert ist: So sind die Studiengebühren höher als bei uns in Deutschland und Flüge dorthin kosten auch dementsprechend mehr.

Der Hinflug dauerte 36 Stunden und beeinhaltete Aufenthalte in London, LA, und Oakland, bis man endlich in Nelson landete. Aber ich dachte mir, dass es mir zu simpel ist, nur im europäischen Umland zu bleiben oder nach Amerika zu fliegen.

Zur Wahl standen neben Neuseeland auch die Westküste der USA mit Santa Barbara, Wales, Norwegen, Russland oder auch Frankreich. Aber Neuseeland hatte für mich von allen Ländern und Orten am meisten Flair.
Es hat einen guten Ruf, eine tolle Landschaft – das Gesamtpaket war für mich einfach am attraktivsten.

Wie lange warst du in Neuseeland und wie lange liegt dein Aufenthalt zurück?

Ich war von Anfang Februar bis Ende Juni dort. Als ich ankam war gerade Hochsommer. Zuletzt war ich 4 Wochen in Heidenheim und bin jetzt in der Sommerpause zum ersten Mal wieder in der Arbeit.

Wie können ich und die Leser unseres Blogs uns deinen Schulalltag und dein Leben in Nelson vorstellen?

Nelson ist eine schöne 40.000 Einwohner-Stadt, in der ich zusammen mit 2 Studienkollegen direkt am Campus gewohnt habe. Bis zu meinen Vorlesungsräumen hatte ich dadurch nur einen kurzen Fußweg.

Meine Uni ließ sich nicht 1:1 mit einer deutschen Uni vergleichen. Eher war sie eine Schule, an der ich den akademischen Weg einschlug und “Business” studierte, andere am Campus aber auch die handwerklichen Berufe Koch, Friseur, Tischler lernten. Für uns Deutsche war dieses komplexe System ohne Ausbildung im Betrieb ziemlich schwer zu verstehen!
Mein Stundenplan bestand aus drei Fächern, “Marketing”, “Management” und “Financial Accounting”. In jedem Fach musste ich zwei Arbeiten sowie eine Abschlussprüfung am Semesterende schreiben.

Foto vom Rugbyspiel

Gänsehautfeeling-Foto: Romans Aussicht von der Fantribüne auf das Rugby-Spielfeld.

Zwar musste ich wirklich viel für die Uni machen, aber wenn zum Beispiel nach dem Lernen Zeit übrig war oder Unterricht ausfiel, haben ich und meine Freunde versucht, alle wichtigen Sehenswürdigkeiten zu sehen. Zum Beispiel waren wir live bei einem Rugby-Spiel dabei, denn Rugby ist der Nationalsport der Neuseeländer.

Mein Stoff war ungefähr vergleichbar mit dem, den ich in der gleichen Zeit in Deutschland vermittelt bekommen hätte. Wäre diese Voraussetzung nicht erfüllt gewesen, wäre meine Ausbildung dort als nicht gleichwertig mit der in Deutschland angesehen worden.

Nie vergessen werde ich, dass bei uns Hochsommer war, während zu Hause in Deutschland das Thermometer -5° C anzeigte. Und die Mentalität der Neuseeländer: Insgesamt ein bisschen ruhiger, weniger gestresst und an der Kasse im Supermarkt daher auch ein bisschen gemächlicher. Es dauerte alles ein wenig länger, aber es ging immer geordnet und freundlich zu.

Bleibt dir aus Nelson auch etwas negativ in Erinnerung?

Während ich in Nelson lebte, erschütterten zwei 2 schwere Erdbeben das Land. Eines davon war das Erbeben in Christchurch mit vielen Toten, das damals auch in den Medien ein großes Thema war.
Im April/Mai war ich selbst dort, aber habe außer einem leichten Ziettern der Erde zum Glück nichts gespürt. Mehr oder minder spürbare Erdbeben gehören in Neuseeland allerdings zum Alltag.

Du kommst demnächst ins 3. Lehrjahr, 2012 beendest du deine Ausbildung bei Conrad Electronic*.
Hast du deine Entscheidung während deines BWL-Handel-Studiums ein Auslandssemester einzulegen bereut oder könntest du dir vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt auch in anderen Land zu leben und zu arbeiten?

Nein, bereut habe ich die Zeit in Nelson nicht! Im Gegenteil, meines Erachtens verging sie viel zu schnell. Ich habe so viele Orte und Dinge gesehen und viele nette Menschen kennengelernt. Nach Neuseeland zurückkehren und dann auch wieder in Nelson vorbeischauen möchte ich auf jeden Fall. Ich könnte mir auch vorstellen, eine zeitlang in anderen Ländern wie Südamerika oder Kanada zu leben. Diese beiden würde ich besonders gerne einmal sehen.

* Durch sein duales Studium ist Roman abwechselnd im 3-Monats-Zyklus Student in der Hochschule (Theorie) und im Betrieb (Praxis).

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Schlagwörter: Auslandssemester, Duales Studium, Neuseeland, Rugby, Studium

Eine Antwort zu “Auslandssemester in Neuseeland. Eine Erfahrung fürs Leben”
  1. avatar Laura sagt:

    Ich find’ es wirklich ganz toll, dass es die Möglichkeit gibt ein Auslandssemester zu machen und dass Conrad einen dabei so unterstützt.
    Ich selbst würde dies auch gerne einmal wahrnehmen und wer weiß, vielleicht expandiert Conrad soweit, dass wir auch die Chance haben, im Ausland zu leben und dort für Conrad tätig zu sein ;)

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