Bergab und mit Rückenwind – Elektrofahrräder erobern Deutschland

von Frank

Elektro-Mobilität – viele denken dabei an die ersten zaghaften Versuche der Automobilindustrie, Autos zu elektrifizieren. Dabei wird auf deutschen Straßen schon längst elektrisch gefahren, aber auf zwei Rädern. Ein regelrechter Boom hat eingesetzt, dessen Ende nicht abzusehen ist.

Im Reich der Mitte
140 Millionen Elektro-Zweiräder tummeln sich mittlerweile auf chinesischen Straßen. Die Zeiten als Heuschreckenscharen knatternder und stinkender Motorroller die Luft in den Großstädten im Reich der Mitte verpesteten, sind längst vorbei. Grund für diesen Boom: Man verbat kurzerhand die Benzin-Stinker.

Deutschland boomt
Von einem solchen Szenario sind wir in Deutschland noch weit entfernt, aber Elektro-Zweiräder sind auch hier stark im Kommen. Die jährlichen Zuwächse sind enorm: im Jahr 2011 betrug er satte 55% und für das Jahr 2012 rechnet man mit 400.000 weiteren E-Bikes auf deutschen Straßen.

Über 90% davon entfallen auf die sogenannten Pedelecs (Pedal Electric Cycle). Pedelecs gelten als Fahrräder – man braucht keinen Führerschein. Grund: Nur wenn man selbst in die Pedale tritt, unterstützt der Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Pedaliert man nicht oder fährt über 25 km/h, dann schaltet sich der Motor ab.

Anfänglich als Senioren-Räder belächelt, hat sich das Bild grundlegend geändert. Immerhin ist man so viel schneller und vor allem relaxter unterwegs, als mit purer Muskelkraft. Der Motor stellt bis zu 250 Watt zusätzliche Leistung zur Verfügung. Das ist das Dreifache der Kraft, mit der die meisten Menschen in die Pedale treten!

Und bei immer weiter steigenden Spritpreisen ist das Pedelec für Pendler eine echte Alternative. Steigungen nimmt man ganz easy und man kommt nicht verschwitzt im Büro an.

Die Preisfrage
In Ebay bekommt man Pedelecs schon ab ca. 400 Euro. Bedenkt man, was ein brauchbares normales Fahrrad kostet, dann dämmert einem schnell, dass diese Dinger nicht viel taugen können. Das sind genau die E-Bikes, die in China unterwegs sind: Low-Tech total, Billig-Motoren, sicherheitstechnisch äußerst bedenklich, schwerer Bleiakku, Gewicht um 40 kg. Da kann man nur eines raten: Finger weg!

Fachleute sind sich einig: Gute Pedelecs gibt es ab etwa 1500 Euro. Diese sind dann der Motorkraft und Geschwindigkeit entsprechend robust gebaut, verfügen über moderne Hochleistungsmotoren, Lithium-Ionen-Akkus, hohe Reichweiten, kräftige Bremsen und eine moderne Steuerelektronik – bei einem Gewicht von wenig mehr als 20 kg.

Das könnte Dich auch interessieren:

  1. Technik-Trends zum Anhören: Glasfaserkabel-Netzausbau in Deutschland
  2. Der unendliche Aufreger: Überall ist Musik – nur nicht in Deutschland
  3. Deutschland, deine Strompreise – Die unbequeme Wahrheit
  4. Deutschland grünes Ökostrom-Land?
  5. DSDS – Deutschland sucht den Superstar!

Schlagwörter: E-Bikes, Elektro-Fahrräder, Elektro-Zweiräder, Fahrräder, Pedelecs

4 Antworten zu “Bergab und mit Rückenwind – Elektrofahrräder erobern Deutschland”
  1. avatar Gnark sagt:

    Schöner Überblick. Was halten Sie denn von Umbausätzen, mit denen man herkömmliche Fahrräder aufmotzen kann … z.B. http://www.elektrofahrrad-einfach.de/Umbausaetze ?

    • avatar Frank sagt:

      Hallo,

      natürlich kann es Sinn machen, ein vorhandenes Fahrrad zu elektrifizieren. Vor allem dann, wenn es sich um eine höhere Preisklasse handelt. Allerdings sollte man darauf achten, dass das Fahrrad wirklich robust gebaut ist. Der Umbausatz bringt einiges an zusätzlichem Gewicht an Stellen, wo dieses nicht vorgesehen ist (z.B. Motor in der Radnabe). Und die auftretenden Kräfte sind auch nicht ganz ohne (ein normaler Radfahrer produziert etwa 100 Watt, ein Pedelec-Motor 250 Watt). Ist das Fahrrad aber robust gebaut, steht dem nichts im Wege.

      Gruß

      Frank

    • avatar Spike sagt:

      Ich habe einen Nachrüstsatz von http://www.rftec.eu/Vitenso-Hinterrad-Nachruestsatz und bin von den Möglichkeiten begeistert.

  2. Grundsätzlich spricht nichts gegen die Umrüstung eines normalen Rades. Ich glaube aber das aus Sicherheitsgründen hier einige Vorsicht geboten ist. Inwieweit die Hersteller die “normalen” Fahrradrahmen zur Umrüstung freigeben und ob diese technisch dafür ausgelegt sind, ist genau zu prüfen.

    Ich sehe die Vorteile hier noch klar bei kompletten Ebikes die mit ausgefeilter Sensortechnik perfekte Fortbewegung bieten.

Hinterlasse eine Antwort

Bitte beachte unsere Blog-Regeln.