Bonsai Lab: 3D-Drucker speziell für Kinder

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Der 3D-Drucker “BS Toy” soll die Kinderzimmer erobern. Quelle: www.bonsailab.asia

Der japanische Hersteller Bonsai Lab will mit seinem „BS Toy“ genannten 3D-Drucker die Kinderzimmer erobern. Er soll mit kompakten Maßen und einem speziellen Druckverfahren überzeugen.Ob nun mit Stift und Papier, Bauklötzen, Lego-Steinen oder in den virtuellen Welten von Minecraft: Viele Kinder sind fasziniert davon, etwas selbst zu erschaffen. Entsprechend wären 3D-Drucker ein perfektes Gadget für den Nachwuchs – wenn, ja wenn diese Geräte nicht meistens klobig, kompliziert zu bedienen und bei alldem auch nicht ganz ungefährlich wären. Der japanische Hersteller Bonsai Lab hat nun mit dem „BS Toy“ ein Modell vorgestellt, das genau in diese Marktlücke passen soll.

Grundsätzlich funktioniert dieses Gerät dabei genau so wie viele andere Modelle auch, die sich an Konsumenten und Hobbyisten richten: Als Material dient Kunststoff, der im Druckkopf erhitzt und damit aufgeweicht wird. Schicht für Schicht trägt der Drucker ihn auf. Am Ende muss man das Endprodukt dann nur noch von der Bodenplatte lösen und eventuell ein wenig nachbearbeiten.

Die Qualität dieser Drucker misst man in Faktoren wie beispielsweise der Auflösung, also wie dünn die einzelnen Schichten sein können. Daraus ergibt sich am Ende, wie fein die Details sind. Weiterhin unterscheiden sich die Modelle sehr in der Geschwindigkeit und vor allem in der maximalen Größe der zu druckenden Gegenstände.

Spezielles Ausgangsmaterial für die Drucke

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Der Spielzeug-Drucker kommt nicht nur in Pink und Grün auf den Markt, sondern auch in vielen anderen Farben. Quelle: www.bonsailab.asia

Beim 3D-Drucker „BS Toy“ von Bonsai Lab sollte man zu all diesen Punkten keine neuen Rekorde erwarten. Dafür aber ist er besonders kompakt: 20 x 20 x 20 cm. Zudem wiegt er lediglich 2 kg. Zu druckende Objekte können bis zu 13 x 12,5 x 10 cm groß sein. In der Standardausführung hat der Ausgang des Druckkopfes einen Durchmesser von 0,4 mm. Es sind aber auch bis zu 0,2 mm möglich.

Neben seiner Kompaktheit hat dieser Drucker eine weitere Besonderheit: Er arbeitet mit einem speziellen Ausgangsmaterial, das erheblich weniger erhitzt werden muss. Das sonst übliche PLA beispielsweise muss ein Druckkopf auf gut 180 Grad Celsius erhitzen. Beim alternativen ABS ist es sogar noch mehr. Bonsai Lab verwendet stattdessen ein Material namens LT80, das von Polymakr angeboten wird. Dieses wird „nur noch“ auf 80 Grad Celsius erhitzt. Immerhin ist die Gefahr von Verbrennung damit also geringer. Dafür kann man nicht auf das große Angebot an PLA und ABS zurückgreifen.

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Das Logo des “BS Toy” Druckers vom Hersteller Bonsai Lab. Quelle: www.bonsailab.asia

Technisch basiert das „BS Toy“ auf dem bereits erhältlichen BS01+ vom gleichen Hersteller. Insofern kann man recht zuversichtlich sein, dass dieser 3D-Drucker für Kinder auch tatsächlich wie versprochen auf den Markt kommt. Schließlich gab es mit dem Printeer bereits einen Versuch, einen 3D-Drucker für Kinder auf den Markt zu bringen. Dieses über Kickstarter vorfinanzierte Projekt ließ sich aber nicht wie erhofft umsetzen. Die Unterstützer bekamen schließlich ihr Geld zurück.

Bonsai Lab will seinen Kinder-Drucker noch bis Jahresende auf den Markt bringen. Der Preis steht noch nicht exakt fest. Den Kollegen von Gizmag wurden 500 bis 600 US-Dollar als ungefähre Richtschnur genannt.

Das bereits genannte Modell BS01+ ist bereits in Japan erhältlich und kostet dort umgerechnet rund 670 Euro. Es ist zwar nicht explizit als kinderfreundliches Modell beworben, eignet sich mit seinen kompakten Maßen aber ebenfalls für einen Privathaushalt. Es soll demnächst weltweit erhältlich sein.

Fazit

Die Möglichkeiten für den 3D Druck sind weiterhin schier endlos, auch und gerade im Bereich der Spielzeuge. Neulich hatte ich euch schon die 3DRacers vorgestellt, bei denen man sich seine ferngesteuerten Rennautos selbst gestalten kann. Diese Idee lässt sich natürlich nahezu beliebig auf weitere Spielgeräte übertragen.

Mit 500 US-Dollar oder mehr ist allerdings auch Bonsai Labs BS Toy nicht gerade billig. Da es ein Gerät ist, dass man nur gelegentlich nutzt, könnte man es sehr gut gemeinsam mit anderen kaufen und nutzen.

Leider gibt es in keinem der Berichte über diesen Drucker eine Information zur mitgelieferten Software. Denn neben dem eigentlichen Gerät ist oftmals die Bedienung die größte Hürde beim 3D-Druck. Hier hatten die Macher des oben genannten Printeer eine schöne Idee: Man sollte hier bspw. auf einem iPad malen und konnte das Ergebnis dann mit einem simplen Fingertipp herstellen lassen. Mit ein bisschen Kreativität und Geschick ließe sich damit bereits eine Menge anstellen.

Insofern: Die Idee ist gut und ich hoffe, dass noch mehr Hersteller sie aufgreifen und eigene Lösungen dafür entwickeln.

Über den Autor

Jan Tißler ist freier Journalist und Blogger. Er schreibt seit etlichen Jahren über Gadgettrends und Internettechnologien.


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