CeBIT 2015: wie das Internet der Dinge die Welt verändert (hat)

Smart Home 1

Heutzutage ist die Heimvernetzung keine Vision mehr, sondern absolute Realität. (Bild: YouTube/ QIVICON – Leben im Smart Home)

Stell dir vor: Du gehst morgens zunächst ins Bad, erledigst, was dort eben so zu erledigen ist, während die einzelnen Badstationen erkennen, ob du gesund bist. Weiter geht es zur Küche: Dein Kühlschrank hat sich längst wieder aufgefüllt. Dein Haus weiß, dass du als nächstes ins Wohnzimmer gehst, also schaltet es das Licht bereits ein, während du noch auf dem Weg dorthin bist. Bis du ins Auto steigst, ist auch das schon angenehm warm. Das alles beschreibt in etwa die Vision des Internets der Dinge: Alltagsgegenstände sind online und erleichtern dir deinen Alltag. Eine Vision, die längst schon keine mehr ist. Eine Vision, deren Ausläufer auf der CeBIT 2015 äußerst relevant waren!

IoT: ein kurzer Ausflug in die Geschichte

IoT (Internet of Things) – was soll das eigentlich heißen? Es ist gar nicht einfach, eine Idee vom Internet of Things zu bekommen. Du kannst den Begriff jedoch ruhig wörtlich nehmen: Dinge nutzen das Internet. Deine reale Welt vernetzt sich mit dem Web, wodurch eben diese Dinge deiner realen Welt interagieren und kommunizieren können. Das bedeutet: Das Internet streckt seine Fühler in Richtung deines Alltags, und die Dinge aus deinem Alltag greifen nach diesen Fühlern.

Die Vision einer vernetzten Welt existiert schon lange – denken wir an Visionen, die Raumschiff Enterprise & Co.zeigten, aber auch an Karl Steinbuch, seines Zeichens Pionier in der Informatik in Deutschland und einer der Wegbereiter von künstlicher Intelligenz. Steinbuch war bereits 1966 überzeugt: „Es wird in wenigen Jahrzehnten kaum mehr Industrieprodukte geben, in welche die Computer nicht hineingewoben sind.“ Auch der Informatik-Wissenschaftler Mark Weiser gehört zu den IoT-Urgesteinen: 1991 nutzte er in seinem visionären Aufsatz „The Computer for the 21st Century“ erstmals den Begriff „Ubiquitous Computing“; eine Allgegenwärtigkeit rechnerbasierter Informationsverarbeitung. Der Terminus „Internet of Things“ wurde erstmals 1999 von Kevin Aston genutzt, der als Mitbegründer des Auto-ID-Centers vom MIT bei Procter & Gamle eine Präsentation hielt.

Internet der Dinge: im ständigen Dialog mit den Dingen

Betrachten wir die IT-Trends, die die Welt in den vergangenen Jahren bewegt haben – Cloud Computing, Beacons, Social, Big Data, NFC, RFID, Wearables oder auch Security – schien es eine Frage der Zeit zu sein, wann wir alles miteinander vernetzen. Diese gigantische Verzahnung von allem birgt eine schier unglaubliche Dynamik, in der zweifelsfrei noch nicht alle Komponenten geklärt sind: Security im Allgemeinen, der Datenschutz aber im Besonderen, Funktionalität und Anwenderfreundlichkeit wollen einander nicht ausschließen; IoT muss den Verbraucher da abholen, wo er steht.

In Zukunft werden die Gesundheitsdaten direkt zum behandelnden Arzt übermittelt. (Foto: Me & Company GmbH)

Die CeBIT zeigte recht deutlich, dass insbesondere der Gesundheitsmarkt schon viel weiter ist als der private Anwender: Sensoren zum Erfassen laufender Vitalparameter senden Gesundheitsdaten an Ärzte, wo medizinisches Personal etwaige Probleme erkennen kann. Damit du eine Vorstellung von dem umfassenden IoT-Geschehen bekommst, legen wir dir als Lektüre diesen Artikel der Elektronik Praxis ans Herz, der IoT in der Medizin, im Automotive-Bereich und in der Industrie aufzeigt. Weil das Internet der Dinge so allumfassend ist, wählten die CeBIT-Veranstalter als Motto auch „d!conomy“ – eine Wortschöpfung aus „digital“ und „economy“.

IoT: Die echte Vernetzung ist noch nicht da

Seien wir ehrlich: Dass deine Kaffeemaschine twittert, wenn die Kanne gefüllt ist, und dein Staubsauger autonom agiert, sobald sich eine Staubmaus bildet – Möglichkeiten dieser Art sind eine nette Vorstellung, kommen aber noch nicht an das ran, was da mal gehen soll: Die miteinander vernetzte Welt, in der du den Dingen via Internet Leben einhauchst. Erfreuen wir uns also an dem, was bisher möglich ist, und das ist bereits eine ganze Menge!

WunderBar

Der schnelle Einstieg in die Android und iOS App Entwicklung.

Auf der CeBIT durfte sich das Berliner Start-up relayr über den CODE_n Award freuen. Relayr möchte dir mit seiner WunderBar den Einstieg ins Internet der Dinge ermöglichen: Optisch an eine Tafel Schokolade erinnernd, beinhaltet die „WunderBar“ unterschiedliche Sensoren, mit denen du unter anderem Bewegung, Temperatur oder Feuchtigkeit messen kannst. Die einzelnen „Schokostückchen“ der WunderBar kannst du wie echte Schokolade abbrechen und an physischen Dingen anbringen. Durch die Sensoren kannst du Apps entwickeln, um dein Smartphone auf die Messdaten zugreifen zu lassen. So wäre es beispielsweise möglich, mithilfe des Licht-/Näherungssensors eine Lichtanlage zu entwerfen, die auf Bewegung reagiert. Gibt es schon? Klar, aber nicht von dir! Die hauseigene Open-Sensor-Cloud-Plattform ermöglicht die Kommunikation von Hard- und Software. Und so ist es dir auch heute schon möglich, deine eigene Realität mit dem Internet of Things zu vernetzen, während wir auf die großen IoT-Revolutionen noch warten.


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