Der Winter kommt – so heizt du richtig!

Die Heizung verschlingt eine Menge Geld!

Heizen ohne Geld aus dem Fenster zu werfen. Wir zeigen wie das geht.(Quelle: „Heating Bill“ von Images Money, Lizenz: CC BY 2.0)

Richtiges Heizen in den Wintermonaten schont den Geldbeutel – so geht’s!

Warum Heizen nicht gleich Heizen ist

Für viele von uns bedeutet heizen ganz einfach: Wenn wir frieren, drehen wir das Thermostat am Heizkörper möglichst weit auf und hoffen, dass es schnell warm wird. Dieses Verhalten ist fast schon intuitiv und wir denken nicht mehr wirklich darüber nach. Verschiedene Studien zeigen allerdings, dass es sich durchaus lohnt, über das eigene Heizverhalten nachzudenken und sich etwas intensiver mit dem Thema effizientes Heizen zu beschäftigen.

Die Heizkosten sind (neben einer eventuellen Miete) der größte Kostenfaktor in Privathaushalten: Rund 80% des gesamten Energieverbrauchs ist auf Heizung und Warmwasser zurückzuführen.  Hier gibt es enormes Einsparpotenzial. Laut einer Studie heizen Bewohner, die monatlich detailliert über ihre Heizkosten informiert werden, bewusster und sparen dadurch bis zu 12% Heizenergie ein. Diese Einsparung wird erreicht, ohne zu frieren. Allein durch ein verändertes Nutzungsverhalten wurde die selbe Wärme bei geringerem Energiebedarf erreicht. Bis zu 300 Euro pro Jahr lassen sich durch intelligentes Heizen sogar in einem Altbau sparen.

Die kalte Jahreszeit hat inzwischen begonnen. Einige von uns mussten bereits ihre Autoscheiben von Eis befreien und auch die Wohnräume kühlen schnell aus. Im Winter schießen die Heizkosten dann unkontrolliert in die Höhe! Doch jeder kann mit ein bisschen Köpfchen den Heizkosten-Schock reduzieren! Mit unseren Tipps zum richtigen, d.h. bewussten und effizienten Heizen, bist du perfekt auf den Winter vorbereitet!

Die besten Tipps zum effizienten Heizen

Wirkungsvolles und effizientes Heizen will gelernt sein!

Die Heizung verschlingt eine Menge Geld! Wir zeigen dir wie du Geld sparst. (Quelle: Bild: pixabay.com, Lizenz: CC0 Public Domain)

Heizkosten sparen ist nur möglich, wenn man zuerst Geld für neue Thermostate oder ähnliches ausgibt? Da hast du dich getäuscht! Thermostate, Smarte Heizungssteuerungen und ähnliche Tools sind ein gutes Hilfsmittel, um das eigene Heizverhalten zu kontrollieren und zu verbessern. Hohe Einsparungen sind aber auch mit ein paar einfachen Regeln möglich:

Nur heizen, wo nötig: Nur in Räumen, die wirklich genutzt werden, heizen. Das klingt jetzt selbstverständlich, ist es aber in vielen Fällen nicht. Oft wird z.B. ein ungenutztes Gästezimmer, Arbeits- oder Abstellzimmer geheizt. Drehe in solchen Räumen die Heizung ab. Auch nachts die Heizung herunterdrehen! Zu kalt werden lassen solltest du es aber nicht, denn unter 12 Grad droht Schimmelbefall. Generell gilt: Mit jedem Grad weniger Raumtemperatur sparst du 6% Heizenergie. Hältst du beispielsweise dein Gästezimmer konstant auf 16° statt 21°, so sparst du satte 30% Heizenergie – und das ohne Nachteile für dich!

16 Grad Mindesttemperatur: Sinkt die Raumtemperatur unter 16°, ist es mit dem Energiesparen schnell vorbei. Denn unter dieser Temperatur benötigst du mehr Energie, um den Raum wieder aufzuheizen, als du durch das Senken der Temperatur eingespart hast.

Stoßlüften statt Dauerkippen: Fenster dauerhaft gekippt zu lassen, ist mit Ausnahme des Schlafzimmers sinnlos. Das Zauberwort heißt Stoßlüften: Morgens vor dem Einschalten der Heizung und nach Anlässen wie Duschen oder Kochen (Dampf, hohe Luftfeuchtigkeit, Gerüche) alle Fenster in betroffenen Räumen für maximal fünf Minuten bei abgeschalteter Heizung weit öffnen. So erfolgt ein schneller Luftaustausch. Die frische Luft erwärmt sich dann schneller.

Kalten Luftzug finden und verhindern: Du heizt, aber irgendwie wird es nicht richtig warm? Vielleicht strömt von irgendwo kalte Luft in dein Zimmer, die deine ganzen Heizbemühungen zunichte macht. Undichte Stellen z.B. an Fenstern treiben die Heizkosten so richtig in die Höhe. Halte deinen Handrücken an die Kanten von Fenstern und Türen – spürst du einen Luftzug? Der Spalt zwischen Fenster und Rahmen lässt sich mit einer Schaumgummidichtung aus dem Baumarkt einfach und kostengünstig isolieren. Unter die Tür kommt ein Türluftstopper – entweder direkt an der Tür befestigt oder die bekannte Stoffschlange.

Die richtige Temperatur für jeden Raum: Die optimale Zimmertemperatur beträgt 20° – das ist den meisten bekannt. Wer Heizkosten sparen will, sollte sich nicht mit diesem Allgemeinplatz zufriedengeben. Tatsächlich unterscheidet sich die otpimale Zimmertemperatur je nach Nutzung des Raumes. Für Wohnzimmer, Ess- und Arbeitszimmer gilt die 20°-Marke. Im Bad dürfen es auch 22° sein, damit man nach dem Duschen oder Baden nicht friert. Energie sparen lässt sich im Schlafzimmer oder in der Küche. Hier genügen 16-18°. Ein überheiztes Schlafzimmer ist sogar ein häufiger Grund für schlechten Schlaf. Damit diese Regel funktioniert, müssen die Zimmertüren natürlich überwiegend geschlossen sein. Sonst strömt z.B. die warme Luft aus dem Badezimmer in den Flur, und im Bad muss konstant nachgeheizt werden.

Stufe 5 ist ab jetzt tabu: Einer der am meisten verbreiteten Irrtümer ist, dass die Heizung bei Stufe 5 schneller warm wird als z.B. bei Stufe 2 oder 3. Unser typisches Verhalten ist: Wir betreten einen kalten Raum, erschauern und drehen instinktiv die Heizung auf das Maximum auf. Das Ergebnis: Die Heizung springt an und nach einiger Zeit ist der Raum total überhitzt. Um dieser Sauna zu entkommen, lüften wir oder öffnen die Türe zum Flur. Unglaublich viel Heizenergie wird auf diese Weise sinnlos verblasen! Die Stufen am Thermostat stehen für die Höchsttemperatur, bis zu der geheizt wird und haben nichts mit der Geschwindigkeit zu tun. Ist die Zieltemperatur erreicht, schließt das Thermostatventil. Stufe 3 entspricht in etwa 20° und reicht daher im Normalfall vollkommen aus.

Heizkörper nicht zustellen oder zuhängen: Klar, Heizkörper sind nicht besonders dekorativ und der Platz in der Wohnung ist begrenzt. Aus diesen Gründen werden häufig Möbel wie Sofas vor die Heizkörper gestellt. Oft verdecken auch lange Gardinen die Heizkörper. Dies verhindert, dass die Wärme optimal ins Zimmer abgegeben werden kann. Dies schlägt mir einem Mehrverbrauch von bis zu 5% zu Buche. Außerdem misst das Thermostat nicht die reale Raumtemperatur, sondern nur die Temperatur in dem Bereich zwischen Sofa oder Gardine und Heizkörper. Das hat zur Folge, dass die Heizung abschaltet, obwohl die gewünschte Raumtemperatur noch nicht erreicht ist. Unser Tipp: Die 50 cm vor dem Heizkörper müssen freibleiben.

Smarte Heizungssteuerung: Heizen für Profis

Mit Funk-Heizkörperthermostaten lässt sich deine Heizung ohne großen Aufwand automatisieren.

Mit Funk-Heizkörperthermostaten lässt sich deine Heizung ohne großen Aufwand automatisieren.

Mit den oben genannten Regeln lässt sich bereits ein guter Teil der Heizkosten einsparen. Im Zuge des Smart Home Trends haben sich einige Hersteller auch mit der smarten Steuerung von Heizungen beschäftigt. Funk-Heizkörperthermostate ersetzen zunehmend die herkömmlichen Thermostate. Die Vorteile: Du kannst die gewünschte Temperatur direkt am Thermostat bis auf 0,5° genau einstellen. Hast du mehrere Funkthermostate in einem Raum, werden die getätigten Einstellungen von allen Thermostaten im Raum übernommen. Per Smartphone-App kannst du auch von unterwegs die gewünschte Temperatur für jeden Raum individuell einstellen. Auf dem Heimweg kannst du so ein Vorheizen deiner Wohnung aktivieren. Zudem lassen sich Zeitfenster definieren, für die eine bestimmte Temperatur bestimmt wird. Ein Beispiel: Das Arbeitszimmer wird bis 17 Uhr konstant auf 20° gehalten, danach fährt es herunter auf 17°. Von 17 bis 22 Uhr soll die Temperatur im Wohnzimmer konstant 20 Grad betragen. Diese Einstellmöglichkeiten sparen bares Geld, zudem ist die Bedienung der App kinderleicht! Sehr beliebt sind zum Beispiel die eQ-3MAX! Funk-Heizkörperthermostate . Auf deren großem Display wird die Zieltemperatur gut sichtbar angezeigt. Auch die zugehörige App ist übersichtlich strukturiert und bietet vielfältige Funktionen.

Fazit: Heizkosten sparen ist wirklich easy!

Mein persönliches Fazit: Information ist beim Thema Heizkosten sparen wirklich das A und O. Wer weiß, wie Heizkörperthermostate funktionieren und welche Verhaltensweisen wir uns schnellstens abgewöhnen sollten, hat schon viel gewonnen. Mit einer Stunde Recherche im Internet findest du viele einfache Tipps – die besten haben wir oben aufgelistet – um deine Heizkosten dauerhaft zu senken. Mit einem weitverbreiteten Irrtum soll an dieser Stelle auch aufgeräumt werden: Sparen heißt nicht automatisch frieren! Mit intelligentem Heizen kommst du mit geringerem Energieverbrauch auf die selbe Temperatur. Da lohnt es sich doch, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen und vielleicht auch auf smartes Heizen umzusteigen.

Was ist dein ultimativer Tipp, um Heizkosten zu sparen?


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2 Kommentare

  • avatar Ben sagt:

    „16 Grad Mindesttemperatur: Sinkt die Raumtemperatur unter 16°, ist es mit dem Energiesparen schnell vorbei. Denn unter dieser Temperatur benötigst du mehr Energie, um den Raum wieder aufzuheizen, als du durch das Senken der Temperatur eingespart hast.“
    Dieser Tipp wird immer wieder verbreitet, obwohl er physikalisch total falsch ist!
    Begründung: Der Wärmeverlust ist am grössten, je höher der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Aussentemperatur ist. Im Umkehrschluss ist steht eine geringere Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Aussentemperatur für einen niedrigeren Wärmeverlust. Beim Aufheizen muss nur dieser Wärmeverlust ersetzt werden.
    Ein Absenken oder auch Abschalten der Heizung bringt also in jedem Fall die größte Energieeinsparung.

    • avatar Carolin Zauner sagt:

      Hallo Ben, vielen Dank für deinen Kommentar! Du hast recht, am meisten Energie spart man beim Absenken oder Ausschalten der Heizung. Auf jeden Fall Kompliment, dass du dich mit dem Thema befasst. Allein durch einen bewussteren Umgang mit der Heizung spart man sich schon einiges an Heizkosten. Ich wünsche dir eine schöne und vor allem warme Weihnachtszeit 😉

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