Die Geschichte der Roboter – aus Fiktion wird Realität

Geschichte der Roboter: Kotarō (dt. etwa: „kleiner Junge“) ist ein in Japan an der Universität Tokio entwickelter humanoider Roboter. Er ist 1,33 m hoch, wiegt 20 kg und wurde auf der Expo 2005 der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Kotarō (dt. etwa: „kleiner Junge“) ist ein in Japan an der Universität Tokio entwickelter humanoider Roboter. Er ist 1,33 m hoch, wiegt 20 kg und wurde auf der Expo 2005 der Weltöffentlichkeit präsentiert (Blid: wikipedia.org, user: Manfred Werner – Tsui, Lizenz: CC BY-SA 3.0).

Die Geschichte der Roboter beginnt mit Wunschträumen und endet mit hochkomplexen Maschinen. Die Geschichte der Roboter beginnt mit Wunschträumen und endet mit hochkomplexen Maschinen. Roboter sind nicht mehr nur in der Industrie zuhause.

Über die Zukunft von Robotern diskutieren in den letzten Jahren viele Entwickler und Pioniere.

In Zukunft könnten Roboter dem Menschen viele Aufgaben abnehmen. Unglaublich viele Branchen der Wirtschaft und auch private Lebensbereiche des Menschen könnten durch Maschinen unterstützt und dadurch auch verändert werden. Die Einsatzmöglichkeiten sind zumindest in der Theorie unendlich.

Welche dieser Möglichkeiten und Ideen der Wissenschaftler tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, wird die Zukunft zeigen. Der Blick in die Vergangenheit der Roboter wird eher selten getätigt. Dabei ist es doch super interessant, wer als Erster die Idee von selbst arbeitenden Maschinen oder Werkzeugen hatte, die dem Menschen die Arbeit abnehmen. Denn das ist die Grundfunktion der Maschinenmenschen. Wir forschen nach, wer die Visionen vom Roboter prägte.

Interessant ist auch, ab wann die Menschen glaubten, dass Roboter wirklich irgendwann Realität werden könnten. Welche Visionen und möglichen Einsatzzwecke hatten die Entwickler der ersten Roboter vor Augen? Und schließlich natürlich die Frage, wie geht die Geschichte weiter?

Geschichte der Roboter - Dank experimentelle Prototypen wie Freddy I und Freddy II konnte wichtige Grundlagenforschung für die Robotik betrieben werden. Freddy war eins der ersten Systeme , das umprogrammiert werden konnte und eine neue Aufgabe durchzuführen.

Dank experimentelle Prototypen wie Freddy I und Freddy II konnte wichtige Grundlagenforschung für die Robotik betrieben werden. Freddy war eins der ersten Systeme , das umprogrammiert werden konnte und eine neue Aufgabe durchzuführen. (Quelle: „The Freddy II Robot, built in 1973-6″ von University of Edinburgh – University of Edinburgh, Lizenz: Gemeinfrei).

Ein Roboter – was ist das eigentlich?

Eine scheinbar einfache Frage, aber bei der Antwort darauf gerät man doch ins Grübeln. Was genau ist ein Roboter? Ein allmächtiges Wesen, Mischung aus Mensch und Maschine? Naja, das ist wohl eher die Definition à la Hollywood. Laut der Definition des Robot Institute of America ist ein Roboter ein multifunktionales, programmierbares Manipulationswerkzeug. Dieses kann Teile, Werkzeuge oder spezielle Geräte bewegen, mit dem Ziel, vorgegebene Aufgaben zu erfüllen. Eine weitere Definition lautet:

Roboter sind Maschinen, die sich selbstständig bewegen und verschiedene Tätigkeiten ausführen können.

Ferngesteuerte Maschinen zum Beispiel sind nicht selbstständig, da sie andauernd Befehle des Menschen brauchen. Automaten unterscheiden sich von Robotern darin, dass sie nur eine immer gleiche Arbeit ausführen. Und Computer? Computer sind keine Roboter, da sie sich nicht bewegen können. Computer oder Mini-Computer sind höchstens ein Bestandteil von Robotern oder ein Tool, um diese zu programmieren. Wie weit industrielle Roboter heute sind, zeigt dieser Showkampf des Tischtennisstars Timo Boll mit einem Roboter.


Der Traum vom selbst arbeitenden Werkzeug

Wer hatte als Erster die Vision einer selbst arbeitenden Maschine und vor allem wann? Der Traum von Maschinen, die dem Menschen die Arbeit abnehmen, reicht zurück bis in die Antike. Das hättet ihr nicht gedacht oder?! Ob er der Erste war, lässt sich nach so langer Zeit natürlich nicht mehr beweisen. Aber der griechische Philosoph Aristoteles war es, der um 320 vor Christus über Werkzeuge nachdachte, die ihre Arbeit ohne menschliches Eingreifen erledigen. Er verkündete:

Wenn jedes Werkzeug auf Geheiß, oder auch vorausahnend, das ihm zukommende Werk verrichten könnte, …, so bedürfte es weder für den Werkmeister der Gehilfen, noch für die Herren der Sklaven.

Den Begriff „Roboter“ verwendete damals noch niemand.  Erste Versuche mit selbst arbeitenden Maschinen wurden auch bereits in der Antike gemacht.

Geschichte der Roboter - Im 15. Jahrhundert zeichnete Leonardo da Vinci Skizzen über sogenannte "Androiden". Natürlich reichte der technische Kenntnisstand der damaligen Zeit noch nicht aus, um derartige Pläne auch zu realisieren.

Im 15. Jahrhundert zeichnete Leonardo da Vinci Skizzen über sogenannte „Androiden“. Natürlich reichte der technische Kenntnisstand der damaligen Zeit noch nicht aus, um derartige Pläne auch zu realisieren. (Bild: wikipedia.org, user: Erik Möller, Lizenz: Gemeinfrei).

So konstruierte Heron von Alexandria selbstständig öffnende Tempeltüren oder Musikmaschinen.  Den ersten Industrieroboter – bei großzügiger Auslegung des Begriffs „Roboter“ – gab es erst einige Zeit später und zwar 1740. Dabei handelt es sich um den vollautomatischen Webstuhl. Durch eine „Programmierung“ mittels Lochkarten konnte er als erster Automat selbstständig gemusterte Stoffe herstellen. In Serie ging dieser automatische Webstuhl allerdings nicht.

Die Maschinenmenschen im Theater als erste „Roboter“

Der Roboter unserer Zeit entstand nicht zuerst als Technologie, sondern als Fiktion, also eine Vorstellung außerhalb der Realität. Und so beginnt die Geschichte der Roboter im Reich der Fantasie verschiedener Autoren. Der tschechische Autor Karel Capek war derjenige, der den Begriff Roboter als Erster verwendete. In einem Theaterstück 1921 taucht der Roboter zum ersten Mal auf. Als Teil des Theaterstücks werden Maschinenmenschen, also Roboter, gezüchtet, um statt den Menschen in der Industrie zu arbeiten.

Der Autor verstand unter seinen Robotern Wesen, die selbst denken können, aber dennoch am Liebsten dem Menschen dienen.  Karel Capek hatte den Begriff abgeleitet vom tschechischen Wort „robota = Zwangsarbeit, Arbeit als Diener eines Herren“.

Geschichte der Roboter - Roboter entstanden nicht zuerst als Technologie, mit der man dann umzugehen erst erlernen musste, sonst zuerst als Idee im Bereich der Fiktion und der Theorie.

Roboter entstanden nicht zuerst als Technologie, mit der man dann umzugehen erst erlernen musste, sonst zuerst als Idee im Bereich der Fiktion und der Theorie (Quelle: „R.U.R., Inszenierung um 1935″ von Karel Capek entitled R.U.R., Lizenz: Gemeinfrei).

Die drei Robotergesetze von Isaac Asimov

In den 1940er Jahren wurde der Begriff Roboter dann so richtig bekannt und eroberte die Träume und Fantasien der Menschen. Der Science Fiction Autor Isaac Asimov und seine Robotergeschichten machten Roboter zu einem festen Bestandteil von Fantasiewelten.  Der Autor entwickelte in einer Kurzgeschichte drei Robotergesetze, die bis heute als grundlegend betrachtet werden, obwohl sie nur der Fantasie eines Science Fiction Autors entspringen. Diese Gesetze lauten:

  • Ein Roboter darf niemals einen Menschen verletzen oder, durch Untätigkeit, zulassen, dass ein Mensch zu Schaden kommt.
  • Ein Roboter muss den Befehlen gehorchen, welche ihm von den Menschen gegeben werden, außer aber bei Befehlen, welche die erste Regel verletzen würden.
  • Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieses nicht in Konflikt mit dem ersten oder zweiten Gesetz tritt.

Es ist also vorgesehen, dass sich ein Roboter zerstört, um den Menschen zu schützen. Der Roboter soll unbedingt dem Menschen dienen. Viele Filme und Geschichten bedienen auch die Angst der Menschen, dass sich die Roboter vom Menschen befreien und diesem feindlich gegenüberstehen.

Roboter – wie geschaffen für die Industrie

Erst einige Zeit nach der Worterfindung verlässt der Roboter das Reich der Fantasie. In der Mitte des 20. Jahrhunderts werden universelle Maschinen mit den ersten Computern kombiniert. Dadurch können immer vielschichtige Tätigkeiten selbstständig durchgeführt werden. In den 1960er Jahren entwickelten George Dovel und Joe Engelberger die ersten Industrieroboter. Der erste kommerziell erhältliche Industrieroboter war der Unimate, der zum Beispiel von General Motors für Fließbandarbeiten eingesetzt wurde.

Kurz darauf kamen die ersten mobilen Roboter auf den Markt. Victor Scheinman konstruierte 1969 den Stanford-Arm, das Standardgreifwerkzeug auch für spätere Roboter. Damit begann der Siegeszug der Roboter in der Industrie.

Seit den 80ern gehören Automaten in der Automobilfertigung zum Alltag. Die Roboterindustrie boomt. In dieser Zeit erleben die Roboter auch ihr Debüt in den Labors. Sie werden für umfangreiche Auswertungen und das Pipettieren und Untersuchen großer Probenanzahlen verwendet. Ein bekanntes Beispiel für die Automatisierung von Laborsystemen war die Enschlüsselung des Humangenoms mit der Unterstützung eines Hochgeschwindigkeitssequencers. Auch in der Herstellung von Medikamenten bringt die Automatisierung von Laborprozessen wesentliche Vorteile.

Roboter heute – der Stand der Technik

Aus den deutschen Fabrikhallen sind Roboter nicht mehr wegzudenken. Zunehmend erobern sie auch das Privatleben, meist in der Form von Spielzeugen wie Roboterhunden oder Haushaltsrobotern wie Staubsaugern.

Geschichte der Roboter - Der humanoide Roboter NAO ist ein humanoider Roboter für akademische Zwecke. NAO (ausgesprochen 'Now') soll Schülern Sachthemen wie z.B. Programmieren, Robotik, Steuer- und Regeltechnik auch Kreativität, Problemlösungsfähigkeiten näher bringen.

Der humanoide Roboter NAO ist ein humanoider Roboter für akademische Zwecke. NAO (ausgesprochen ‚Now‘) soll Schülern Sachthemen wie z.B. Programmieren, Robotik, Steuer- und Regeltechnik auch Kreativität, Problemlösungsfähigkeiten näher bringen (Screenshot: Youtube.com/ConradElectronicPL).

Aber auch in der Medizin und Raumfahrt spielen Roboter eine wichtige Rolle. Der Standford Cyberknife behandelt zum Beispiel automatisch Tumore radiochirurgisch. Roboterfahrzeuge übernehmen für den Menschen die Erkundung fremder Planeten. Immer mehr Wissenschaftler beschäftigen sich auch mit der Fortbewegung der Roboter und entwickeln tierähnliche oder menschenähnliche Roboter. Ganz vorne mit dabei bei der Entwicklung menschenähnlicher Roboter, also Humanoiden, sind die Japaner. Auch bei der Erkundung von Unterwasserwelten, der Bergung von Schiffen oder in Krisengebieten, bei der Suche und Entschärfung von Bomben, spielen Roboter inzwischen eine wichtige Rolle.

Geschichte der Roboter - In der Raumfahrt spielen Roboter eine immer wichtigere Rolle.

In der Raumfahrt spielen Roboter eine immer wichtigere Rolle. (Quelle: „Martian rover Curiosity using ChemCam Wikipedia Deutschland“ von NASA erstellt, Lizenz: Gemeinfrei)

Fazit

Man sollte sich bewusst sein, dass es aktuell eigentlich erst so richtig losgeht mit der Robotik. Klar sind Roboter schon einige Zeit in unseren Fabrikhallen zuhause. Neu ist aber der Schritt ins Privatleben.

Geschichte der Roboter: Die künstliche Intelligenz, die Sensorik und die Präzision der Roboter wird sich extrem schnell verbessern. In Zukunft werden Roboter also noch mehr Aufgaben des Menschen übernehmen können.

Die künstliche Intelligenz, die Sensorik und die Präzision der Roboter wird sich extrem schnell verbessern. In Zukunft werden Roboter also noch mehr Aufgaben des Menschen übernehmen können (Bild: „robot hand“ von University of Washington Office of News and Information, Lizenz: CC BY 2.0).

Die Akzeptanz der Robotertechnologie nimmt zu und auch der technische Fortschritt trägt das seine bei. Die künstliche Intelligenz, die Sensorik und die Präzision der Roboter wird sich extrem schnell verbessern. In Zukunft werden Roboter also noch mehr Aufgaben des Menschen übernehmen können.

Freust du dich auf die Weiterentwicklung von Robotern oder bist du eher skeptisch?


Starte deine eigene Tekkie-Story


Sag uns deine Meinung!