Wo darf meine Drohne fliegen? – Eine Checkliste

Die Drohne DJI Inspire und der Pilot bereitet sich auf den Start vor.

Die DJI Inspire und der Pilot bereitet sich auf den Start vor. (Screenshot: „This is the most amazing drone we’ve seen yet“ von youtube.com/TheVerge)

Drohnen fliegen war mal simpel: starten, fliegen, fertig. Mittlerweile sieht die Sachlage anders aus. Was ihr dürft und wo Grenzen sind, erklären wir heute.

Drohnen für jedermann

In den vergangenen Jahren ist eine Art Boom um die kleinen, ferngesteuerten, unbemannten Fluggeräte entstanden: Drohnen zu fliegen, macht irre Spaß und auch Foto-Enthusiasten haben etwas davon, die Welt aus der Vogelperspektive zu erkunden und aufzunehmen. Drohnen gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen: Mutlicopter beispielsweise, die man auch gerne als zivile Drohnen bezeichnet, sind preislich attraktiv geworden und auch Fluganfänger kommen mit den Flugobjekten nach kurzer Eingewöhnung bestens zurecht.

Quadrocopter sind die Fluggeräte, die sich größter Beliebtheit erfreuen und derzeit am verbreitetsten sind. Die Modelle besitzen vier Rotoren; jedes davon besteht aus zwei oder auch drei Blättern. Modelle mit noch mehr Rotoren sind dann eher für fortgeschrittene Hobby-Piloten, auch sie erfreuen sich einer flott wachsenden Fangemeinde. Um zu vermeiden, dass du in rechtlichen Grauzonen herumfliegst oder sogar in Verbotszonen landest, solltest du als Hobby-Pilot bevor du startest die Auflagen sowie Beschränkungen kennen.

Vor dem Gesetz sind nicht alle Drohnen gleich

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen „unbemannten Luftfahrtsystemen“ und „Flugmodellen“. Diese Unterscheidung ist für dich von entscheidender Bedeutung, denn mit den verschiedenen Bezeichnungen gehen gänzlich verschiedene Vorschriften einher. „Flugmodelle“ können mit weniger Einschränkungen betrieben werden als „unbemannte Luftfahrtsysteme“. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterscheidet zweckgebunden: „Dient die Nutzung des Geräts dem Zwecke des Sports oder der Freizeitgestaltung, so gelten die Regelungen über Flugmodelle. Ist mit dem Einsatz hingegen ein sonstiger, insbesondere ein gewerblicher Nutzungszweck verbunden (z.B. Bildaufnahmen mit dem Ziel des Verkaufs), so handelt es sich um ein unbemanntes Luftfahrtsystem.“

Eine Erlaubnispflicht besteht für Flugmodelle nicht, für unbemannte Luftfahrtsysteme jedoch schon. Erfüllt deine Drohne die folgenden zwei Voraussetzungen, fliegst du ein Flugmodell und kein unbemanntes Luftfahrtsystem:

  • das Gewicht liegt bei max. 5 kg
  • die Drohne wird durch einen Elektromotor angetrieben, Verbrennungsmotoren sind unzulässig

Versicherungspflicht bei Drohnen

Extrem wichtig für dich als Hobby-Pilot: deine Drohne unterliegt einer Versicherungspflicht! Die seit 2005 bestehende Versicherungspflicht für unbemannte Flugobjekte springt beispielsweise dann ein, wenn durch den Absturz deiner Drohne ein Schaden entstanden ist. Bei der Versicherungspflicht ist eine Grauzone entstanden: ist deine Drohne ein reines Spielzeug, könnte auch deine Privathaftpflicht greifen – aber: die Rechtslage ist noch nicht ganz eindeutig geklärt.

Extrem wichtig für jeden Hobby-Pilot: eine Drohne unterliegt einer Versicherungspflicht!

Extrem wichtig für jeden Hobby-Pilot: eine Drohne unterliegt einer Versicherungspflicht! (Quelle: „IMG_8819“ von Andreas Kuhn, Lizenz: CC BY 2.0)

Wann ist ein Flugobjekt ein Spielzeug? – Kläre das im Zweifel vor dem ersten Start mit deiner Versicherung. In aller Regel wird diese zu einer Zusatzversicherung raten, da die wenigsten Drohnen reine Spielzeuge sind. Du kannst mit Beiträgen von um die 40 Euro für eine solche Versicherung rechnen.

Drohnen fliegen: steuern und aufsteigen nur mit Genehmigung?

Erfüllt deine Drohne die Voraussetzungen dafür, als Flugmodell durchzugehen, benötigst du keine Aufstiegsgenehmigung. Drohnen jedoch, die gewerblich eingesetzt werden und/ oder als unbemanntes Luftfahrtsystem gelten, benötigen Aufstiegsgenehmigungen der jeweils zuständigen Landesluftfahrtbehörden. Diese Genehmigung kann entweder für einen bestimmten Zeitraum oder aber für Einzelflüge ausgestellt werden. Wie hoch die Gebühren der Aufstiegsgenehmigungen sind, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland – es kann jedoch teuer werden, einige hundert Euro sind keine Seltenheit.

Möchtest du innerhalb geschlossener Ortschaften fliegen, musst du vorab die zuständige Ordnungsbehörde bzw. Polizeidienststelle informieren.

Möchtest du innerhalb geschlossener Ortschaften fliegen, musst du vorab die zuständige Ordnungsbehörde bzw. Polizeidienststelle informieren. (Quelle: „Drohne-3“ von Fabian Horst, Lizenz: CC BY 2.0)

Ist eine Aufstiegsgenehmigung nötig, muss der Pilot nachweisen, dass er sich zum Steuern einer Drohne eignet, und er muss belegen, dass eine Haftpflichtversicherung besteht. Es ist nicht zwangsläufig sicher, dass Aufstiegsgenehmigungen aus einem Bundesland im benachbarten Bundesland anerkannt werden – jeder kocht so ein bisschen sein eigenes Süppchen. Antragsformulare sowie Kontaktadressen findest du auf der Website des Luftfahrt-Bundesamts.

Bei Flugmodellen ist die Gesetzeslage deutlich einfacher: im Grunde darf jeder, der eine Drohne aus der Kategorie „Flugmodell“ besitzt, Drohnen fliegen – inklusive Kindern und Jugendlichen. Schulungen, ein Flug-Führerschein oder irgendwelche Genehmigungen sind überflüssig, wenngleich die Gesetze sich deutlich gemehrt haben in den vergangenen Jahren und innerhalb der EU durchaus Diskussionen um mögliche Drohnen-Führerscheine laut werden. Derzeit kannst du ohne Führerschein losflattern. Wichtig ist, dass du deine Drohne nicht für kommerzielle Zwecke einsetzt und dich an die aktuellen Gegebenheiten hältst. Das inkludiert auch, dass Drohnen in keinem Fall unter Einfluss von Alkohol oder Drogen gesteuert werden dürfen.

Wo und wie darfst du deine Drohne fliegen lassen?

Problemlos steuerst du deine Drohne auf Modellflugplätzen, aber auch der eigene Garten verschafft keinerlei Probleme. Es sei denn, du lebst in einer ausgewiesenen Flugverbotszone, die beispielsweise in unmittelbarer Flughafennähe besteht. Für das Starten und Landen deiner Drohne auf fremdem Grund gilt: du benötigst grundsätzlich die Einwilligung des Grundstückeigentümers. Möchtest du innerhalb geschlossener Ortschaften fliegen, musst du vorab die zuständige Ordnungsbehörde bzw. Polizeidienststelle informieren, planst du, im Naturschutzgebiet zu starten, muss die Naturschutzbeörde informiert werden.

Man sollte sich schon im Voraus genau informieren, wo man denn fliegen darf.

Man sollte sich schon im Voraus genau informieren, wo man denn fliegen darf. (Screenshot: „Drohnen-Verbot? Wo?“ von youtube.com/Dawid Gajdosz)

Der Gesetzgeber erlaubt den Drohnenflug grundsätzlich im unkontrollierten Luftraum. Wo es solche Zonen überall gibt, zeigen dir die Luftraumkarten der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO), die du wahlweise im Handel erhältst oder nach einer Registrierung bei der deutschen Flugsicherung einsehen kannst.

Verbotszonen für Drohnen existieren hierzulande zahlreich. Als Faustregel kannst du dir merken: in einem Umkreis von 1,5 km um sämtliche internationalen deutschen Flughäfen gilt striktes Flugverbot. Auf generelle Flugverbote triffst du auch hier:

  • Regierungsgebäude
  • millitärische sowie Industrieanlagen
  • Atomkraftwerke
  • Wohngebiete
  • Menschenansammlungen
  • Unfallstellen
  • Katastrophengebiete

Die gesammelten Regelungen zeigt dir diese Broschüre des Bundesminiseriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Um es noch etwas komplizierter zu machen, sind die Gesetze nicht bundeseinheitlich geregelt: während du über Hamburg beispielsweise gar nicht fliegen kannst, weil die komplette City eine einzige Flugverbotszone ist, benötigst du in Berlin selbst als Hobby-Pilot eine Aufstiegsgenehmigung. Die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen sowie die Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz regulieren aktuell am strengsten.

Reguliert ist nicht nur das „Wo“, sondern auch das „Wie“. Fliegst du deine Drohne, so darfst du sie nicht aus den Augen verlieren – Sichtkontakt ist Pflicht! In der Folge entstehen natürliche Grenzen: selbst die schärfsten Augen verlieren den Sichtkontakt zur Drohne bei 200, 300 Metern. Tricksen ist nicht erlaubt: weder mit einem Fernglas noch mit einer Bordkamera mit Livestreaming darfst du deine Sichtweite erhöhen. Damit du auf der sicheren Seite fliegst, nimm doch als Faustregel, dass deine Drohne nicht mehr als 100 Meter in die Luft steigt.

Verschärfte Regeln auf dem Vormarsch

Kinder sollten nur mit Erwachsen zusammen mit einen Drohne spielen.

Kinder sollten nur mit Erwachsen zusammen mit einen Mulitcopter spielen. (Screenshot: „DJI’s Phantom 4: a drone so smart a three-year-old can fly it“ von Tyoutube.com/TheVerge)

Da die Beliebtheit von Flugmodellen zunimmt, sieht das Bundesminiserium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) neu entstehende Risiken, etwa Kollisionen oder auch Abstürze. Um diese Risiken einzudämmen, plant das Ministerium neue Regelungen für den Drohnenflug, beispielsweise eine Kennzeichnungspflicht für Drohnen ab 0,5 kg Gewicht – unabhängig von privater oder gewerblicher Nutzung. Bislang können sogar Minderjährige an die Drohne, auch das wird womöglich in naher Zukunft reguliert werden. Wann genau die neuen Regelungen gelten werden, steht bislang in den Sternen.

Checkliste zum Drohnen fliegen

Zu guter Letzt erhältst du hier eine Checkliste zum privaten Fliegen mit deiner Drohne:

  • nur Flugmodelle sind genehmigungsfrei: deine Drohne muss elektrisch angetrieben werden und darf nicht über 5 kg wiegen, sie wird ausschließlich privat, nicht gewerblich genutzt
  • Versicherungspflicht: vor dem ersten Start muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden
  • Drohnen fliegen außerhalb des eigenen Grundstücks ist womöglich nicht gestattet oder es sind Behörden zu informieren – bitte rechtzeitig vor dem Fliegen erfragen
  • Flugverbotszonen sind grundsätzlich einzuhalten
  • fliegen nur bis 100 Metern Höhe und in Sichtweite gestattet – ohne Hilfsmittel, bis auf Brille oder Kontaktlinsen
  • Ausweichpflicht: andere Verkehrsteilnehmer haben im Luftraum immer Vorfahrt
  • achte die Privatsphäre anderer: das Fotografieren ist nur nach vorherigem Einverständnis gestattet
  • jedwede Gefährdung von Sachen und Personen ist zu vermeiden
  • Rechtsgrundlagen für dein Hobby: Luftverkehrsgesetz (LuftVG) & Luftverkehrsordnung (LuftVO)

Was ist deine Meinung zur aktuellen Gesetzeslage? Müssen mehr Regeln für den Drohnenflug geschaffen werden? Sag es uns in den Kommentaren.


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