Auto

02.05.2011

Dumm gelaufen – TomTom verärgert Käufer

von Peter

TomTom-Navi

Können mehr, als man oft vermutet.

Der gebeutelte Navigationsgeräte-Hersteller TomTom steht nach erneut schlechten Quartalszahlen massiv unter Druck. Um die Bilanzen aufzubessern, hat der Konzern in den Niederlanden Nutzerdaten an die Polizei verkauft. Das zumindest berichtete die Niederländische Zeitung Algemeen Dagblad.
Die Daten sind zwar anonymisiert, helfen aber der Polizei Strecken mit überhöhten Durchschnittsgeschwindigkeiten zu erkennen und somit Radarfallen „gewinnbringender“ einzusetzen.

Logisch, dass bei derartigen Vorgehensweisen die Käufer massiv verärgert sind und auf die Barrikaden gehen. Konzernchef Harold Goddijin hat sich darauf hin auch umgehend bei den Kunden entschuldigt.

In einem Statement hieß es, dass TomTom die Daten Regierungen und Behörden zur Verfügung gestellt habe, um diese bei der Verkehrsplanung zu unterstützen.

Dass auch die Polizei diese Daten zur Jagd auf Raser verwenden kann, sei dem Konzern erst jetzt bekannt geworden und liegt letztendlich an der Lizenzvereinbarung für den Kauf. Diese schließt eine Weitergabe der Informationen an andere Behörden nicht aus. Auch die Art der Nutzung sei wohl nicht bis ins Detail festgelegt worden.

“Wir wissen, dass viele unserer Kunden dieser Gedanke überhaupt nicht gefällt und wir werden uns ansehen, ob wir diese Art der Nutzung in Zukunft weiter erlauben werden”, sagte Harold Goddijn weiter.

Ist das auch in Deutschland passiert?

Die anonymisierten Daten wurden von TomTom auch Deutschen Behörden zur Verwendung angeboten. Laut Konzerninformationen hat aber noch keine Kommune die Daten lizensiert und verwendet. Somit habe eine Nutzung der Verkehrsdaten durch die Polizei (so wie in den Niederlanden) vermutlich nicht stattgefunden.

Zudem will TomTom in Zukunft eine derartige Nutzung der Daten untersagen. Die Lizenzbedingungen sollen diesbezüglich noch angepasst werden.

Wie kann man so etwas vermeiden?

Sobald ein Navigationsgerät mit dem PC verbunden wird, werden die Daten übermittelt. Vorausgesetzt, der Nutzer hat im dazugehörigen PopUp-Fenster die Erlaubnis dazu erteilt. Wurde die Erlaubnis verweigert, werden keine Daten übertragen. Bei der sogenannten LIVE-Funktion, bei der Verkehrsinformationen in Echtzeit bereitgestellt werden, sendet das Navi aber weiterhin Verkehrsdaten zu den TomTom-Servern.

Mein persönliches Fazit:

Also ich glaube, ich werde den Gedanken, mein Motorrad mit einem Navi auszurüsten, doch lieber wieder verwerfen

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Schlagwörter: Navigationsgeräte, TomTom

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