Ednet VR-Brille: günstig in die virtuelle Realität einsteigen

Für einen ersten Blick in die virtuellen Realitäten hat die Firma ednet eine günstige Möglichkeit geschaffen.

Für einen ersten Blick in die virtuellen Realitäten hat die Firma ednet eine günstige Möglichkeit geschaffen.

VR-Brillen kosten Geld. Normalerweise viel Geld. Ednet möchte das mit der 87000 ändern: der Hersteller offeriert die Virtual Reality-Brille für knappe 15 Euro (UVP). Wir haben für euch getestet: hält die günstige ednet VR-Brille, was sie verspricht?

Erster Blick in die Verpackung

Neben der VR-Brille gehören ein Reinigungstuch, drei Anti-Scratch-Unterlagen und die Kurzanleitung zum Lieferumfang. Die Virtual Reality-Brille macht einen ordentlichen Eindruck: sie wirkt mit ihren 300 g angenehm leicht, dennoch robust.

Um sich einen klaren Durchblick zu verschaffen, wird für die leicht aufliegende VR-Brille ein Reinigungstuch benötigt.

Um sich einen klaren Durchblick zu verschaffen, wird für die leicht aufliegende VR-Brille ein Reinigungstuch benötigt.

Am vorderen Brillenrand wird ein Schieber rausgezogen, der Smartphones von 4,7 bis 6 Zoll aufnimmt. Erstmals wandert die Testbrille auf meine Nase: ein gutes Tragegefühl; das Zwicken an der Nase ist mit einigem Einstellen zügig vorbei.

Vor meinen Augen flackern Bilder vorbei. Als ich die Brille abnehme, verstehe ich, warum: das Smartphone hat sich gerade neu gestartet. Die Halterung drückt leider permanent auf die Power-Taste meines Smartphones, welches in eine Neustart-Endlosschleife geraten ist.

Ich schiebe das Smartphone öfter hin und her und erinnere mich an die Schaumstoff-Stückchen, die dem Lieferumfang beilagen. Gut gepolstert, bleibt das Smartphone eingeschaltet und unser Test kann richtig losgehen.

ednet VR-Brille ohne viel Schnickschnack

Das gehört wohl zu den Nachteilen einer VR-Brille für gut 15 Euro: das Smartphone auszurichten, ist in 100 Euro teuren Brillen sicherlich einfacher. Auch sonst hält sich ednet mit großem Schnickschnack zurück: Drehräder für Sichtweite und Pupillenabstand auf jedem Auge sind die einzigen Bedienelemente.

Auf Bewegungssensoren oder andere Tools verzichtet die VR-Brille. Zum Bedienen des Touchscreens ist es unabdingbar, die Smartphone-Halterung herauszuschieben. Der Komfort kann also zweifellos nicht mit VR-Brillen mithalten, die ab 100 Euro beginnen, aber für einen ersten Blick in die virtuellen Realitäten scheint ednet eine günstige Möglichkeit geschaffen zu haben.

Ohne großem Schnickschnack, ermöglicht ednet einen Blick in die virtuellen Realitäten.

Ohne großem Schnickschnack, ermöglicht ednet einen Blick in die virtuellen Realitäten.

VR-Apps suchen und loslegen

Auch auf eigene Apps verzichtet ednet bei der Virtual Reality-Brille. Das macht jedoch nichts, denn Alternativen existieren zahlreich. Zum Testen suche ich mir ein VR-Video bei YouTube; das Angebot ist mittlerweile recht groß.

Vom Entwickler Future-Apps existiert zudem die App VR Youtube 3D Videos – ich testete sie kurz, stellte aber bald fest, dass sie werbeüberlastet ist und die Entwickler leider auf das Kaufen der Full Version bestehen. Also bleibe ich fürs Testen bei YouTube.

Ich entscheide mich für den New York Times-Film „Walking New York“ und bin sehr angetan! Die Schrift zu Beginn des Films ist uneingeschränkt lesbar. Ich teste sowohl mit als auch ohne meine eigene Brille: die VR-Brille drückt nirgends und auch ohne meine Sehhilfe bekomme ich den Film so scharf gestellt, dass ich prima gucken kann.

Und weil es wirklich Spaß macht, gebe ich mir noch dieses Skydiving-Video. Im freien Fall geht’s gen Erdboden – abgefahren! Ich steige noch an Bord bzw. ins Cockpit eines SWISS Airbus A320 und gönne mir ein Star Wars-Abenteuer. Mittendrin statt nur dabei: so machen Videos wirklich Spaß!

Hier & da nachjustiert

Zu Beginn eines neuen Films wird es natürlich etwas umständlicher als mit 100 Euro teuren Brillen: Smartphone-Halterung rausschieben, neues Video einstellen, Smartphone-Halterung einschieben und schnell auf die Nase mit der Brille.

Manchmal sehe ich noch zu viel reale Realität um meine Nase herum. Nach etwas zurechtzuppeln der ednet VR-Brille kann ich in die virtuelle Realität eintauchen. Dann stimmt es an den Augen nicht und ich justiere Sichtweite und Pupillenabstand nach. Das klingt länger, als es wirklich dauert: nach wenigen Sekunden kann ich den jeweiligen Film genießen.

Da die Virtual Reality-Brille sehr angenehm aufliegt, kann man sehr schön Filme gucken.

Da die Virtual Reality-Brille sehr angenehm aufliegt, kann man sehr schön Filme gucken.

Dennoch muss einem klar sein, dass der Komfort dieser günstigen ednet VR-Brille nun mal weit unter dem liegt, den Brillen für teures Geld bieten.

ednet VR-Brille als Appetithäppchen

Ich verstehe die ednet VR-Brille 87000 mit ihren 14,99 Euro UVP als Appetithäppchen: mit ihr ist ein erster Einblick möglich, um überhaupt erst mal zu verstehen, was an den virtuellen Realitäten so besonders sein soll. Die Brille sitzt gut, da für den nächsten Film oder das nächste Game das Smartphone jedoch wieder herausgezogen werden muss, ist nachjustieren bei jedem Aufsetzen unverzichtbar.

Die ednet VR-Brille dient eher als Appetithäppchen um ein Gefühl für die VR-Brillen und den virtuellen Realitäten zu bekommen.

Die ednet VR-Brille dient eher als Appetithäppchen um ein Gefühl für die VR-Brillen und den virtuellen Realitäten zu bekommen.

Sehr fummelig kann das Einsetzen des Smartphones ausfallen. Der Federmechanismus ist eine gute Lösung, um Smartphones in verschiedenen Größen ein Zuhause für VR zu geben. Allerdings drückt eben genau dieser Federmechanismus zuweilen auf Knöpfchen herum, die ungünstig sind. Dank des mitgelieferten Puffers und mit etwas Geduld klappt auch diese Hürde.

Steckt das Smartphone sicher und ohne Neustart-Endlosschleife in der VR-Brille, liefert diese ein überzeugendes optisches Ergebnis. Noch tiefer abtauchen lässt sich mit guten Kopfhörern, denn die musikalische Untermalung trägt zweifelsohne zum Mittendrin-Gefühl bei.

Den aktuellen Stand der Technik zeigt die ednet VR-Brille für den günstigen Preis jedoch nicht. Wer richtig in virtuelle Realitäten abdriften will, sollte eher auf die Marktführer wie die wirklich gepfeffert teure HTC Vive oder die preislich deutlich humanere Samsung Gear VR setzen. Für knappe 15 Euro bekommst du eben Technik, die knappe 15 Euro leisten kann. Spaß macht die Brille dennoch. Für den Anfang. Denn ziemlich schnell bekam ich beim Testen doch Lust auf mehr …

Wie ist das bei dir: hast du schon Erfahrungen mit günstigen oder teureren VR-Brillen? Käme die ednet VR-Brille als Appetithäppchen für dich in Frage oder greifst du lieber direkt zu teureren Modellen?


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