Ende der Leiterplatten? Leiterbahnen mit leitfähiger Tinte aufzeichnen

Leitfähige Tinte im Einsatz

Mit einem Stift auf Papier gezeichnete Leiterbahnen.

Leitfähige Tinte kommt schon seit einiger Zeit in Druckern zum Einsatz. Die Drucker können mittels einer speziellen Druckpatrone Leiterbahnen auf Papier und Folien aufdrucken. Und ja, diese leiten den Strom, z.B. zwischen zwei Platinen. Jedoch normalerweise mit Hilfe von Leiterplatten und Kabeln. Um aber auf verschiedensten Materialien drucken zu können und noch flexibler zu werden, kam man auf die Idee, leitfähige Tinte zu verwenden und sie auch außerhalb von Druckern zum Einsatz kommen zu lassen, um jederzeit mit Hilfe eines Blatt Papiers, eines Kugelschreibers, leitfähiger Tinte und einer Batterie einen Stromkreislauf erzeugen zu können.

Vorteil daran wäre, dass Papier fast überall zur Verfügung steht, sehr flexibel ist und – logisch – natürlich auch kostengünstig zu beschaffen wäre. Nach einigen Versuchen mit herkömmlichen Kugelschreibern stellte man allerdings fest, dass die Tinte in der Kugelschreiber-Mine ziemlich schnell eintrocknete. Nach dieser Erkenntnis setzten sich Forscher der Universität Illinois mit der Materie auseinander und versetzten die Tinte mit feinsten Silberpartikeln.

LED-Beleuchtung

Die Tinte dient nicht nur zum Zeichnen, sondern beleuchtet komplikationslos LEDs.

Leitfähige Tinte im Einsatz
Das Ergebnis war eine Tinte, die nicht mehr in der Mine eintrocknet und immer gebrauchsfertig ist. Richtig klasse daran ist, dass eine LED mit einem bemalten Blatt Papier zum Leuchten gebracht werden kann. Einfach nur, indem Linien zu den Polen der Batterie gezogen werden.

Aber nicht nur zum Betreiben von LEDs kann die Tinte verwendet werden, die Verwendungsmöglichkeiten sind relativ unbegrenzt und durchaus weiter-spinnbar. Die lautesten Kritikerstimmen bei der Veröffentlichung der ersten Forschungs-Resultate wurden leiser, als zudem bekannt wurde, dass die Blätter über tausendmal gefaltet werden können, bis die Stromversorgung tatsächlich ganz unterbrochen wird (was man auf dem Foto ganz gut erkennen kann).

Spannend, dass soetwas wie leitfähige Tinte existiert und tatsächlich schon ein Stück weit praxiserprobt ist. Sicher werden die Entwicklung viele für sich selbst als unbedeutend abtun und „echten“ Leiterplatten auch weiter treu bleiben wollen.

Aber wenn man eine „echte“ Platte bestücken will, ist ein erster Versuch auf (und aus) Papier doch ein idealer Prototyp, oder? Und eine günstige Probe-Leiterplatte, sozusagen. Noch führen wir leitfähige Tinte nicht im Sortiment.
Schade oder könnt Ihr Euch darunter noch nicht viel vorstellen?


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