Energiesparlampen ohne flüssiges Quecksilber

von Frank

MEGAMAN Splitterschutz

Immer wieder geraten Energiesparlampen im Zuge des Glühlampenverbotes in die Kritik und es wurden sogar schon Stimmen laut, die ein Aussetzen des Glühlampenverbotes fordern. Hauptkritikpunkt ist die Tatsache, dass Energiesparlampen technisch bedingt Quecksilber enthalten. Quecksilber ist ein giftiges Schwermetall, das bereits bei Zimmertemperatur verdunstet. Kritiker warnen vor Quecksilber-Vergiftungen, wenn eine Energiesparlampe zerbricht. Dabei ignorieren sie allerdings, dass viele Hersteller gar kein freies Quecksilber mehr verwenden und verunsichern so den Verbraucher – zu Unrecht!

So verwendet z. B. die Firma MEGAMAN seit 2008 für seine gesamte Produktion kein flüssiges Quecksilber mehr. Die minimale Menge Quecksilber, die für die Funktion einer Energiesparlampe technisch noch unentbehrlich ist, wird in Form von Amalgam, einer Metallverbindung, in die Röhre der Lampe eingebracht.

Selbst wenn die Lampe zerbricht, kann sich das im Amalgam gebundene Quecksilber nicht in der Luft verflüchtigen oder Böden und Gewässer kontaminieren. Amalgam ist eine stabile Verbindung von Quecksilber mit einem anderen Metall. Es ist umweltschonender und sicherer als flüssiges Quecksilber, weil sich erst bei Temperaturen um die 100 Grad Celsius ein flüchtiger Quecksilberdampf bildet. Sobald die Lampe ausgeschaltet wird, lagert sich das Quecksilber wieder in die Verbindung ein.

Amalgam schützt nicht nur die Verbraucher bei der Verwendung der Energiesparlampen vor gesundheitlichen Risiken, die bei flüssigem Quecksilber nie vollkommen auszuschließen sind. Auch für die Beschäftigten während der Fertigung und beim Recycling von Energiesparlampen ist Amalgam ein Sicherheitsgewinn.

Zudem sind viele Lampen mit einem Splitterschutz versehen – einer elastischen Silikon-Versiegelung, die das Innenleben selbst dann hermetisch abdichtet, wenn die eigentlichen Röhren zerbrechen.

Wer also ganz sicher gehen möchte, sollte auf diese 2 Konstruktions- und Sicherheitsmerkmale achten.

Aber auch Energiesparlampen mit Amalgam-Technologie gehören nicht in den Hausmüll, sondern müssen dem Recycling zugeführt werden!

Grüße

Euer Frank

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Schlagwörter: Energiesparlampen, MEGAMAN, Quecksilber, Splitterschutz

3 Antworten zu “Energiesparlampen ohne flüssiges Quecksilber”
  1. avatar Manuel sagt:

    Vielen Dank. Quecksilber ist eine hochgiftige Substanz. Demnach ist ein solcher Beitrag wertvoll.

  2. avatar xpuff666 sagt:

    Energiesparlampen mit Amalgam statt flüssigem Quecksilber sind für viele Anwendungen schlicht unbrauchbar, weil sie minutenlang kaum Licht abgeben!

    Gerade im Privathaushalt in Nebenräumen (Flur, Küche, Bad), wo man schnell wenigstens etwas Licht braucht, sind Lampen wie die Megaman Liliput-Serie rausgeschmissenes Geld, weil man sie schnell wieder durch konventionelle ESL oder Glühlampen, LED oder was auch immer ersetzen muss.

    Wenn die Lampe im Betrieb bricht, tritt das gasförmige Quecksilber ohnehin aus. Besser wäre ein sicherer Überzug (z.B. Latex), der sowohl vor Quecksilber als auch Glassplittern schützt!

    • avatar Frank sagt:

      Hallo xpuff,

      Energiesparlampen sollte man vor allem dort einsetzen, wo man das Licht ohnehin über längere Zeit brennen lässt, da ständiges Ein-/Ausschalten die Lebensdauer herab setzt. Die Küche ist z.B. ein prädestinierter Einsatzort für ELSs. Überall dort, wo man nur wenige Sekunden Licht benötigt, ist man mit LEDs besser dran. Moderne ESLs, auch mit Amalgam-Technik, benötigen nicht alle so lange, um richtig hell zu sein. Da gibt es Unterschiede.

      Für die Sicherheit ist die Amalgam-Technik schon ein Fortschritt. Die meisten ESLs gehen beim Handling kaputt – sehr viel seltener dann, wenn sie schon in der Lampe sind und brennen. Es sei denn, die Lampe fällt von der Decke oder man zerschlägt sie – etwa mit einem Besen…

      Übrigens gibt es schon seit langem ESLs mit einem schützenden Silikon-Überzug.

      Gruß

      Frank

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