Unterhaltsames

12.09.2012

Mit cleveren Ideen zu guten Noten
(Teil III)

von Peter

Hallo liebe Blogleser,
dass die beiden Schüler Holger Wimmer und Manuel Florath schon viel Arbeit, Mühe und Know-how in ihr Wasserraketen-Projekt stecken mussten, habt Ihr ja schon hier im Teil I und hier im Teil II lesen können. Wie es nun weiter geht und wer bei dem Wettkampf gewonnen hat, verraten Euch die beiden hier:

Der Wettkampftag rückt immer näher
Die beiden Raketen mussten dann nur noch über Nacht trocknen. Am nächsten Tag haben wir direkt nach der Schule an den Raketen weitergebastelt und alles optimiert. Als die Festigungszeit des Klebers (24 Stunden) um war, sind wir auf einen alten Sportplatz mitten im Wald gefahren, um unsere Raketen zu testen. Wir bauten alles auf, befüllten die große Rakete mit ca. 10 Liter Wasser und fingen an kräftig zu pumpen.

Aber unsere Laune ging sehr schnell in den Keller. Beide Raketen waren undicht! An drei Klebestellen strömte ab ca. 1 bar Druck Wasser und Luft aus der Rakete. Unsere Verzweiflung war groß. Nicht mehr 24 Stunden bis zum großen Start und die beiden Wettkampfraketen waren nicht dicht. Wir packten alles wieder zusammen und fuhren frustriert zurück in die Werkstatt.

Mit sanfter Gewalt und einem dünnen Messer konnten wir die Raketen an den undichten Stellen wieder trennen. Nachdem wir die Klebenähte abgeschmirgelt und gereinigt hatten, klebten wir alles mit viel Klebstoff wieder zusammen und hofften, dass es dicht hält.

Vor dem Einräumen in das Auto

Vor dem Einräumen in das Auto

Der große Tag
Wir waren nicht wirklich optimistisch, erhofften uns aber das Beste. Die Nacht war lang und die Motivation pünktlich zum Unterricht zu erscheinen war irgendwie nicht vorhanden. Wir räumten noch die Werkstatt auf, sortierten unser Material und packten dann alles in den T5 des Bikepark Todtnau, den wir für diesen Tag zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Beim Einladen stellten wir fest, dass unsere 2,6 m Rakete nicht länger hätte sein dürfen. Sie passte mit 3 mm Spielraum gerade so diagonal in den T5. Frisch gestärkt und mit lauter Musik ging es dann in Richtung Schule. Wir hatten aber noch 2 Stunden Englisch vor uns, in denen wir zwar anwesend waren aber mehr auch nicht… Wir hofften in dieser Zeit insgeheim darauf, dass unser Lehrer seine Rakete nicht flott bekommt und uns der Sieg somit kampflos in den Schoß fällt.

Englisch war vorbei und schon ging es in den Physikraum. Unser Lehrer wuselte nervös umher und versuchte seine Rakete einsatzbereit zu bekommen. Als wir das sahen, waren Manuel und ich schon sehr zuversichtlich. Nun mussten unsere Raketen nur noch dicht sein und natürlich perfekt fliegen.

Kurz darauf gingen wir in den benachbarten „Eschholzpark in Freiburg“ und bauten unsere Sachen auf. Ein wenig später kam auch unser Lehrer mit seiner etwas improvisiert aussehenden Rakete. Da er für seine Startvorbereitungen noch Zeit brauchte, legten wir vor.

Jetzt geht es los!
Wir füllten die große Rakete mit Wasser. Aber wie viel sollten wir nehmen? Da uns wegen der fehlenden Testmöglichkeiten am Vortag konkrete Erfahrungswerte fehlten, befüllten wir die Rakete entsprechend unserem “Bauchgefühl” etwa zu 2/3 mit Wasser.
„Des wird scho passe“ meinte ich. Dann brachten wir die Rakete in die Abschussposition und fingen an zu pumpen. Manuel und ich (beide inzwischen richtig durchtrainierte Pumper) sorgten für den nötigen Druck in der Rakete. Als wir nicht mehr konnten, wechselten wir uns mit ein paar Freiwilligen aus unserer Klasse ab.

Vor lauter Aufregung und Vorfreude merkten wir aber gar nicht, dass unsere Rakete absolut dicht war. Die Not-OP am Abend davor hatte volle Wirkung gezeigt. Unser Ziel war es auf 13 bar zu kommen. Doch bei 11 bar fing es an leicht zu Zischen und ich löste die Rakete früher als geplant aus. In einem Bilderbuchstart hob sie schön langsam von der Startrampe ab und beschleunigte solange, bis sie etwa in 50 m Höhe war. Mit Schwung kletterte sie dann noch 40 m weiter, sodass wir eine Flughöhe von ca. 90 m erreichten.

Suboptimale Flugbahn
Leider machte unser Flugkörper aber aufgrund des Windeinflusses einen großen Bogen. Sonst wäre mit Sicherheit eine noch größere Höhe möglich gewesen. Als sie Ihren Scheitelpunkt erreicht hatte, wollten wir den Fallschirm auslösen. Doch leider haben wir vor lauter Aufregung vergessen, die Transport-Sicherung zu entfernen! So flog die Rakete im großen Bogen weiter in Richtung Erde und landete etwa 300 m entfernt nur 2 m neben dem Schulhaus. Uuuups – Glück gehabt!

Alles in allem kein perfekter Flug, dafür aber ein schön anzusehender Flugverlauf. Die Aufgabe des Wettkampfes war es ja höher als unser Physiklehrer zu kommen. Jetzt war er dran! Seine ziemlich improvisierte Startrampe und die zweifelhafte Bauausführung der Rakete ließen Manuel und mich hoffen.

Da wir ja inzwischen erfahrene Pumpenbediener waren, pumpten wir für unseren Lehrer. Leider konnte man aber nicht genau erkennen, wie viel Druck wir bereits aufgebaut hatten, da das Barometer an seiner Pumpe wie wild hin und her sprang. Als wir 6 bar vermuteten, löste unser Lehrer die Abschussvorrichtung aus und die Rakete hob ab.

Sie flog etwa 5 m in die Höhe und dann entfaltete sich der manuell über einen Stift gesteuerte Fallschirm. Das stoppte den Höhenflug der Rakete auf zuverlässige Weise.

Wettkampfteam

Holger Wimmer (li), Manuel Florath und Herr Rolf Heckman (re)

Unser Lehrer bewies jedoch schon vor dem Start seiner Rakete seine Fairness und gratulierte uns zu einem grandiosen Projekt. Er vermutete schon, dass seine Rakete mit einer Fehlfunktion nicht optimal funktionieren würde.

Wir bekamen die 1 für das Projekt, auch wenn es wegen dem Fallschirm nicht zu 100% funktionierte.

Unser Fazit
Hätten wir 9 Tage für Physik gelernt anstatt die Raketen zu bauen, hätten wir wahrscheinlich auch eine 1 bekommen. Aber der Spaß, die Erfahrung und auch der Ehrgeiz haben sich gelohnt. Wer von euch kann schon behaupten er hat eine bessere Rakete als ein Diplom-Physiker gebaut?

Als kleines Dankeschön für die Möglichkeit so ein Projekt im Physikunterricht durchzuführen und für den erlebnisreichen Unterricht haben wir unsere Rakete unserem Lehrer geschenkt. Er freute sich sehr darüber, denn nun kann er eine Rakete mit ferngesteuerter Fallschirmauslösung bauen, die auch zuverlässig funktioniert (falls man sie vorher entsichert).

Holger Wimmer (Initiator des Projektes) 21 Jahre
Ab Sommer 2012, Praktikant als PR & Eventmanager

Manuel Florath 18 Jahre
Ab Sommer 2012, Auszubildender als Vermessungstechniker

Unser Lehrer: Herr Rolf Heckmann
Diplom-Physiker und Lehrer an der Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule in Freiburg i. Breisgau

Anmerkung der Redaktion:
Wir vom Blogteam bedanken uns recht herzlich bei Holger Wimmer und Manuel Florath für die tolle Geschichte und die vielen erklärenden Bilder. Eventuell bekommt nun auch der eine oder andere Schüler Lust und Laune sich an so eine Aufgabenstellung heran zu wagen.

Viel Spaß beim Basteln und Tüfteln wünscht Euer Blogteam.

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Schlagwörter: Kundengeschichte, Schulprojekt, Wasserra

Eine Antwort zu “Mit cleveren Ideen zu guten Noten
(Teil III)”
  1. avatar Tom sagt:

    Köpfchen muss man haben, hätt i dazu gesagt.

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