Freizeit & Fitness

05.09.2012

Wasserraketen-Projekt – Mit cleveren Ideen zu guten Noten (Teil I)

von Peter

Holger Wimmer und Manuel Florath

Holger Wimmer (li) und Manuel Florath mit ihren Wasserraketen

Hallo liebe Blogleser,
dass unsere Kunden die Produkte aus unserem Hause hin und wieder auch zweckentfremdet einsetzen ist uns ja bekannt, aber was die beiden Schüler Holger Wimmer und Manuel Florath hier angestellt haben, hat sogar uns überrascht. Das Beste an der ganzen Sache, die Jungs haben uns einen kompletten Erfahrungsbericht zukommen lassen. Den wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten und so übergebe ich das Wort an Holger Wimmer:

2011, im Physik-Unterricht behandelten wir das Thema Kräfte und Impulse. Um uns das Thema nicht ganz so trocken rüberzubringen, hat unser Lehrer Wasserraketen aus Colaflaschen gebastelt und starten lassen. Als wir wieder im Physikraum waren und das Ganze theoretisch erarbeiten sollten, meinte unser Physiklehrer irgendwann: „Wer es schafft eine Rakete aus Colaflaschen zu bauen, die höher als seine fliegt, bekommt eine 1!“

Was war…, kaum einer hat zugehört und unser Lehrer winkte ab. Er bot es bisher jeder seiner Klassen an, aber keiner der Schüler nutze die Chance sich eine gute Note zu erarbeiten.

Ich bin ja kein besonders fleißiger Schüler, aber schon alleine den Spaß beim Bauen wollte ich mir nicht entgehen lassen. Als ich 12 war habe ich schon einmal eine Wasserrakete aus einer Colaflasche und einem Kompressor gebaut. Damals flog sie sagenhafte 10 oder vielleicht auch 20 m hoch.

Unser Lehrer hat eine aus mehreren Colaflaschen zusammengeklebte Rakete schon im Physikraum stehen, mit der er über 100 m erreicht. Da hab ich mir gedacht: „Wenn er das schafft, schaffen wir das auch!“ Dann passierte erst mal nichts….

2012, ein Jahr später als der Unterrichtsstoff anzog und die Noten schlechter wurden, versuchte ich alles um besser zu werden – nur nicht lernen. Da kam mir die Idee mit der Rakete wieder in den Sinn. Ich haute meinen Sitznachbar (Manuel Florath) mitten im Deutschunterricht an und flüsterte: „Hey komm, wir machen so eine Rakete! Das bekommen wir locker hin.“ Er meinte dann nur: „Haja, easy“ und schon war die Sache beschlossen. Wir bauen eine Rakete! Aber wie? Die einzigen Fakten die wir wussten waren, dass wir eine 1 bekommen wenn wir besser sind als unser Lehrer. Wir fragten deshalb noch einmal unseren Physiklehrer und er erklärte uns die Regeln.

Regeln:
1. Die Rakete darf nur mit Wasser und Luftdruck betrieben werden.
2. Die Rakete darf nur aus PET Getränkeflaschen bestehen und die Rakete muss mindestens aus zwei Flaschen zusammen geklebt werden.
3. Die Rakete muss mit einem Fallschirm landen.

Und schon ging es los!
Als erstes wollten wir wissen was so eine Getränke PET Flasche aushält. Wir starteten mit verschiedenen Flaschen, dicke, dünne, durchsichtige und blaue. Dabei schlossen wir die 1 Liter Flaschen an die Pumpe an (Loch in den Deckel, Fahrradventil rein, Deckel zusätzlich mit Klebstoff sichern – fertig) und pumpten in der Werkstatt los.

ACHTUNG wichtig!
Niemals einen Drucktest ohne Gehöhrschutz und in geschlossenen Räumen durchführen. Die erste Flasche war eine dünne und klare Flasche. Wir pumpten und pumpten bis die Flasche bei 8 bar mit einem extrem lauten Knall explodierte. Jetzt merkten wir, dass wir vergessen hatten Ohrschützer aufzusetzen und den Test draußen durchzuführen – schön blöd.

Danach pumpten wir eine dicke PET Flache (Cola-, Fanta-Flasche) draußen voll (Ohrschützer auch dabei). Wir kamen bis 18 bar, weiter ging unser Barometer an der Pumpe nicht, aber nichts passierte. Spannend war jetzt wie wir die Luft wieder aus der Flasche bekommen ohne uns weh zu tun? Rohe Gewalt, schwere Steine und die Kugelstoßtechnik aus dem Sportunterricht halfen uns weiter.

Die Klebeverbindungen der Rakete

Die Klebeverbindungen der Rakete

Dann ging es an das Zusammenkleben von mehreren Flaschen. Aber wie klebt man zwei gleichgroße PET Flaschen aneinander? Wir haben versucht die Flaschen über zu stülpen aber das innere Rohr wurde dadurch immer wieder wellig und somit undicht. Es dauerte mehrere Tage bis wir diesen Problem in den Griff bekommen haben. Wir recherchierten im Internet und fanden heraus, dass PET die Eigenschaft hat bei Wäre zu schrumpfen. Klar, kein Problem! Einen Heißluftfön haben wir, also Fön an und fertig. Ganz so leicht war es dann doch nicht. Die Flaschen haben sich wie sie es wollten zusammengezogen aber leider nicht so, wie wir es wollten – schön zylindrisch. Deshalb bauten wir uns eine Form aus Holz, die in die Flasche hinein kam und um die sich das Material dann schön zusammenziehen konnte. Jetzt konnten wir immer die mittleren, zylindrischen Teile der Flasche ineinander stecken und auf einem ca. 2-3 cm breiten Streifen den Kleber anbringen. Und tadaaaa, die Flaschen waren dicht und wir haben sie auch nicht zum Platzen bekommen.

Die Auslösevorrichtung

Die Auslösevorrichtung

Die Startrampe
Jetzt hatten wir die ersten Flaschen aber noch keine Startrampe. Für die Startrampe brauchten wir:
1x leere Getränkekiste
1x Brett
Daran konnten wir dann den Auslöser befestigen, der bestand aus:
1x Gardena Profi-Gartenschlauchkupplung (diese sind größer als die Standard Gartenkupplungen)
1x Gartenschlauch passend zur Gardena-Kupplung
1x Messinggartenschlauchkupplung
1x Messing Luftkupplung
1x Adapter für Gartenschlauch und Luftkupplung
3x Rohrschellen

Anmerkung der Redaktion:
Wie es mit dem Bau der Startrampe weitergeht und ob die PET-Flaschenrakete erfolgreich fliegt, werden wir demnächst hier im Blog veröffentlichen.

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    (Teil III)
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Schlagwörter: Colaflaschen, Rakete, Schulnote, Wasserrakete

Eine Antwort zu “Wasserraketen-Projekt – Mit cleveren Ideen zu guten Noten (Teil I)”
  1. avatar Franz Schneider sagt:

    Klasse gemacht :)Die Note habt ihr euch da wohl verdient ;)
    Grüße Funny

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