Oculus Rift, Sony Morpheus & Co.: Wird 2016 das Virtual Reality-Jahr?

Virtual Reality funktioniert durch die Nutzung von sogenannten VR-Brillen.

Virtual Reality funktioniert durch die Nutzung von sogenannten VR-Brillen. (Bild: „Razer OSVR Open-Source Virtual Reality for Gaming“ von Maurizio Pesce, Lizenz: CC BY 2.0)

Ende des Jahres bringt Steam/HTC Vive auf den Markt, Anfang/ Mitte 2016 folgen Oculus Rift und Sony Morpheus. 2016 könnte das Virtual Reality-Jahr werden.

Virtual Reality (VR) steckt noch in den Kinderschuhen. Aktuell wird heiß diskutiert, während erste VR-Brillen Ende 2015 und Anfang bis Mitte 2016 den Markt aufmischen wollen: Ist Virtual Reality nur eine Modeerscheinung für Gaming-Freaks? Wird Augmented Reality bessere Chancen haben? Wir haben für euch einen Blick auf den VR-Markt riskiert.

Bitkom-Umfrage: jeder 5. an Virtual Reality interessiert

In einer repräsentativen Umfrage wurden 1.014 Bundesbürger ab dem 14. Lebensjahr vom Branchenverband Bitkom befragt, wie weit das Interesse an imaginären dreidimensionalen Welten fortgeschritten ist: jeder fünfte kann sich vorstellen, eine VR-Brille zu nutzen. Das sind immerhin 20 Prozent bzw. 14 Millionen potenzielle Anwender.

VR-Realty: Jeder 5. kann sich vorstellen, eine VR-Brille zu nutzen.

Jeder 5. kann sich vorstellen eine VR-Brille zu nutzen. (Bild: „re:publica 2015 – Tag 3“ von re:publica, Lizenz: CC BY 2.0)

Angesprochen fühlen sich insbesondere jüngere Bundesbürger; bei der Generation 50+ interessiert sich immerhin noch jeder Siebte für VR.

Neben großem Interesse bei Gamern sieht Timm Lutter, Bereichsleiter Consumer Electronics & Digital Media beim Bitkom, auch Anwendungsmöglichkeiten im kommerziellen Bereich: „So können etwa Piloten in virtueller Umgebung die Flugzeugbedienung üben“, zeigt Lutter als Beispiel auf.

Der Spieleentwickler Warren Spector hält Virtual Reality eher für eine Modeerscheinung: in einem Interview mit GamesIndustry.biz erklärt Spector, dass er VR gerade im Unterhaltungsbereich sehr wenige Chancen einräumt. VR könne den Bereich Social Media erobern und sicher auch in Geschäftsmeetings, bei medizinischen Behandlungen sowie in der Berufsausbildung spannend werden, nicht jedoch beim Gaming.

„Ich glaube nicht, dass die meisten Leute dämlich aussehen und sich von der Welt um sie herum isolieren wollen. Ich meine, wenn sich hinter mir jemand mit einem Baseballschläger anschleicht, möchte ich das wissen. Verstehst du, was ich meine? Und von der Übelkeit will ich gar nicht erst anfangen“,

redet sich Spector in Rage. Augmented Reality findet er hingegen „ziemlich aufregend“.

Da stimmt auch Tim Sweeney als CEO von Epic Games ein:

„VR ist ein Publikum von 150 Millionen Usern, aber es ist eben nicht die ganze Welt. Wenn man einige Jahre vordenkt, wird die Mehrheit der Menschen AR-Geräte haben. Es wird die Interaktion mit Computern neu definieren und Monitore, Tablets, Fernsehen und jede Art von Spieltechnologie ersetzen. Ich glaube, das ist die nächste große Entwicklung in der Geschichte der Zivilisation.“

Nichtsdestotrotz geht Epic den Weg mit und hat die hauseigene Unreal-Engine für Virtual Reality-Anwendungen angepasst.

Sony eröffnet VR-Studio

Viel überzeugter von der virtuellen Realität scheint Sony zu sein. Der japanische Elektronikkonzern hat ein Studio gegründet, das sich ausschließlich auf das Entwickeln von VR-Titeln spezialisiert hat.

VR-Reality: Sony hat ein Studio gegründet, das sich ausschließlich auf das Entwickeln von VR-Titeln spezialisiert hat. (

Sony hat ein Studio gegründet, das sich ausschließlich auf das Entwickeln von VR-Titeln spezialisiert hat. (Bild: © 2015 Sony)

Derzeit ist das Studio noch namenlos, jedoch sollen Games entwickelt werden, die auf die hauseigene VR-Brille Project Morpheus abgestimmt sind.

Der Konzern sucht für das Studio mit Sitz in Englands Nordwesten noch Designer und Programmierer; noch befindet sich das Studio also in der frühen Planungsphase. Voraussichtlich 2016 sollen erste Titel jedoch an den Start gehen – klar, denn die Peripherie, also die PS4-VR-Brille Project Morpheus, soll im ersten Halbjahr 2016 den Markt erobern.

VR-Park „The Void“ startet im Sommer 2016

In Virtual Reality-Parks können sich Spieler mithilfe von Virtual-Reality-Brillen in virtuellen Welten bewegen.

In Virtual Reality-Parks können sich Spieler mithilfe von Virtual-Reality-Brillen in virtuellen Welten bewegen. Bild: „Oculus Rift @ Gamescom 2014“ von Marco Verch, Lizenz: CC BY 2.0)

Im US-Bundesstaat Utah soll im Sommer 2016 der weltweit erste Virtual Reality-Park seine Pforten öffnen. Die Wahsington Post berichtet von sieben Räumen, die 18 x 18 Meter messen, in denen das Geschehen ablaufen soll: Spieler tauchen mithilfe ihrer VR-Brillen in virtuelle Welten.

The Void„, so wurde der Park getauft, lässt sich mit „die Leere“ übersetzen. Jeder Raum lässt sich passend zur jeweiligen virtuellen Welt konfigurieren. Oberflächenstrukturen lassen sich anpassen. Betritt ein Gamer zum Beispiel einen Wald, fühlt er die Baumrinde. Reale Oberflächen sind jedoch nur der Anfang: Schnüre erinnern an Spinnenweben und durch austretenden Dampf wird der Eindruck virtueller Realität genauso gesteigert wie durch einen Bewegungssimulator, der Gamern das Gefühl von beschleunigenden Fahrzeugen oder Flugzeugen vermittelt.

In jedem Raum können sich maximal zehn Gamer als Gegner oder Teammitglieder tummeln. Ken Bretschneider hat The Void entwickelt und möchte auch Kooperationen mit Spiele-Studios eingehen. Alle drei Monate soll das jeweilige Thema geändert werden.

Bretschneider erklärt der Washington Post seine Vision:

„Es ist nicht möglich, das Potenzial der Virtual Reality im Home-Entertainment-Markt vollständig auszunutzen. Mir wurde klar, dass man einen Ort schaffen muss, wo sich die Leute nicht darum kümmern müssen, wie Virtual Reality funktioniert.“

Zusammen mit einem 30-köpfigen Team entwickelte Bretschneider darüber hinaus eine eigene VR-Ausrüstung: Anzüge und Handschuhe werden durch das Head Mounted Display (HMD) „Rapture“ ergänzt. Die beiden hochauflösenden und gebogenen OLED-Displays, aus denen Rapture besteht, verfügen über ein proprietäres Linsen-Design und sind mit Mikrofonen sowie Bewegungssensoren ausgerüstet.

13 Millionen US-Dollar hat Bretschneider in das gesamte Projekt investiert. Was Besucher in der halben Stunde, die ein Besuch in The Void dauern soll, erleben werden, zeigt Bretschneider schon mal in obigen Video.

Virtual Reality-Brillen: wer wird sich das Vergüngen überhaupt leisten können?

Während der Eintritt in den VR-Park „The Void“ laut Bretschneider, der noch keine konkreten Zahlen nennt, bezahlbar sein soll, sieht das bei den Virtual Reality-Brillen, die 2016 den Markt erobern möchten, anders aus.

Facebook möchte seine VR-Brille Oculus Rift Anfang 2016 in den Handel bringen. Nun braucht es jedoch mehr als nur die Brille: ein kompatibler Rechner wird genauso fällig wie das Zubehör – rund 1.500 US-Dollar werden geneigte Zocker für die Erstausstattung los. Die Facebook-Tochter schweigt sich bislang darüber aus, was die Brille allein kosten könnte.

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Facebook möchte seine VR-Brille Oculus Rift Anfang 2016 in den Handel bringen. (Bild: „re:publica 2015 – Tag 1“ von re:publica, Lizenz: CC BY 2.0)

Die technischen Spezifikationen für den PC sind jüngst im Oculus Rift-Blog beschrieben worden. Apple-User werden nicht in den Oculus Rift-Genuss kommen: Macs und MacBooks fehlt es an der nötigen Grafikpower.

Das ist vielleicht aber gar nicht so wichtig, denn einem Bericht von TechRadar zufolge möchte Apple selbst den VR-Markt aufmischen. Der Konzern aus Cupertino hat sich ein Patent gesichert: eine Virtual Reality-Brille mit Einschub fürs iPhone bzw. iPod touch. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Samsung. Der Südkoreaner hat mit der Gear VR eine Mobile VR-Brille fürs Samsung Galaxy Note 4 entwickelt.

Wird 2016 das Virtual Reality-Jahr?

Virtual Reality wird eines der großen Themen im Jahr 2016.

Virtual Reality wird eines der großen Themen im Jahr 2016. (Bild: „re:publica 2015 – Tag 1“ von re:publica, Lizenz: CC BY 2.0)

Hersteller schmeißen ab Ende 2015 VR-Brillen für dreidimensionale virtuelle Welten auf den Markt, mit The Void kommt ein VR-Park und Sony gründet ein VR-Studio: das spricht alles sehr dafür, dass Virtual Reality eines der großen Themen im Jahr 2016 wird.

Was aber ist mit den Einwänden von Sweeney und Spector – von zweien, die sich in der Gaming-Szene wirklich auskennen und ziemlich innovative Visionen verwirklichen? Alles nur Hype? Kommt erst mit Augmented Reality ein „evolutionärer Sprung“?

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