Science Fiction erobert die Realität – dank Hollywood und Co.

Werden Hologramme unsere Zukunft sein, Science Fiction

Werden Hologramme unsere Zukunft sein? (Screenshot: „Top 5 Future Technology Inventions | 2019 – 2050“ von Generation Challenge)

Hoverboards, Lichtschwerter, selbstfahrende Autos: Hollywoods Sci-Fi-Ideen sind spektakulär! Einiges diente Entwicklern zur Inspiration fürs echte Leben.

Science Fiction – von Hirngespinsten zur Inspiration

Wir brauchen Visionäre – haben wir schon immer gebraucht und brauchen wir auch in Zukunft. Visionäre, die zukünftige Entwicklungen erahnen und beispielhaft in Filmen vorleben. Und Visionäre, die dieses Vorleben in die Tat umsetzen. Ganz so einfach ist das natürlich nicht. Dass Science-Fiction-Geschichten mehr als nur Hirngespinste sind, beweist die Vergangenheit:

Dass wir irgendwann mal auf Tablet-PCs lesen und agieren werden, ist einem Stückweit sicherlich auch Star Trek zu verdanken. Ray Bradbury (u. a. Autor von „Fahrenheit 451“) sah Flat-TVs und Kopfhörer voraus. H. G. Wells (u. a. Autor von „Die Zeitmaschine“) visionierte die Atombombe, die heute leider ebenfalls Realität ist. Wir befinden uns mitten im NSA-Skandal, der George Orwells schlimmste Fantasien wahr werden lässt. Marty McFly zog aus dem Jahre 1985 ins Jahr 2015 und steuerte mit seinem Hoverboard durch die Straßen, woran sich diverse Entwickler noch immer die Zähne ausbeißen, aber sicher wird auch das mal Realität.

Science Fiction ist nur solange ein Hirngespinst, bis irgendwelche findigen Geister feststellen: das hat der Welt noch gefehlt! Google entwickelt selbst fahrende Autos, das erinnert doch ein bisschen an K.I.T.T. aus Knight Rider, nicht wahr? Dass wir Dinge in unsere Handgelenke sprechen und damit Aktionen durchführen – heute sprechen wir von Smartwatches – war doch Anfang der 90er Jahre nur mit viel Fantasie denkbar. Auch an dieser Entwicklung ist Micheal Knight aus „Knight Rider“ sicher nicht ganz unschuldig, hat er doch in den 80er Jahren munter mit seinem Handgelenk geplaudert, um K.I.T.T. ranzurufen.

So funktioniert Science Fiction

Science Fiction aus Hollywood fokussiert sich in aller Regel stark auf technische, weniger auf gesellschaftliche Entwicklungen und Gegebenheiten. Die Autoren überlegen sich ein Novum – etwas, das wir womöglich in ähnlicher Form bereits kennen. Beispielhaft sei die Smartbrille aus „Zurück in die Zukunft“ genannt: ein absolutes Novum ihrer Zeit, womöglich entstanden aus dem Gedanken, wie Wissen und Körper miteinander verschmelzen könnten, abgelegt auf ein Gerät, das wir alle kennen, in dem Fall die Brille. Nun spekuliert der Sci-Fi-Autor, wie dieses Element sich auf das Leben eines Einzelnen und auf das Leben der Menschheit auswirken kann.

Zu den wohl größten Denkern der Science-Fiction-Literatur zählen zweifelsfrei H. G. Wells und Jules Verne. Letzterer reiste gedanklich nicht nur zum Mond, sondern auch unters Meer – man muss bedenken: Verne („Die Reise zum Mittelpunkt der erde“ und „20.000 Meilen unter dem Meer“) lebte zwischen 1828 und 1905, in einer Zeit also, in der selbst der Geldautomat noch nicht erfunden war. Wells hingegen befasste sich sehr intensiv mit Kriegsmaschinen, er prophezeite Luft- und Panzerkriege im „Krieg der Welten“; einem Werk, das 1898 entstand!

Glückstreffer? Vielleicht. Jedoch wird ein Quäntchen Wissen, zusammen mit einer gehörigen Portion Vorstellungskraft und Fantasie und gepaart mit Wissenschaft, mit dazu gehören. Eine Art Sensor für das, was kommen mag. Futurologen vergangener Jahrtausende, könnte man wohl sagen. Futurologie war in den 70er Jahren übrigens noch ein bedeutsamer wissenschaftlicher Zweig. Man bedachte alle möglichen, zuweilen sicherlich auch unmöglichen Faktoren und prognostizierte aus vorhandenem Wissen mögliche Folgen mit dem Ziel, eben diese Folgen auch steuern zu können. Das Thema Big Data ist heute ähnlich: basierend auf Unmengen von Daten ist man versucht, aktuelles Verhalten zu analysieren, um künftiges Verhalten daraus abzuleiten.

„Dystopia Tracker“ zeigt, wenn Fiktion zur Realität wird

David Bauer, ein Schweizer Journalist, hat sich, zusammen mit diversen Projektpartnern, mit der Website „Dystopia Tracker“ die Mühe gemacht, eine Datenbank aus Zukunftsvorhersagen, die aus Film und Fernsehen stammen, zu schaffen. Auch welche dieser Vorhersagen Realität geworden sind, ist Teil des Projekts. Ein schönes Beispiel: User David Bauer hat „1984“ von George Orwell gelesen: „Die Menschen haben große ‚Telescreens‘ zu Hause, die einerseits Propaganda senden, aber auch alles aufzeichnen, was die Menschen sagen.“ Bauer schreibt dazu: „Samsungs SmartTV nimmt alles auf, was vor ihm gesprochen wird und in den Nutzungsbedingungen steht explizit: „Beachten Sie, dass laut ausgesprochene private oder andere sensible Informationen zu den Daten zählen, die an Dritte weitergegeben werden.“

An dieser Plattform kann sich jeder beteiligen, der Visionen aus Sci-Fi-Literatur in der Realität bestätigt sieht. Einiges, wie das Orwell-Beispiel, ist erschreckend, anderes erheiternd. So erinnert User David Eugster an Frederik Pohls „The Age of the Pussyfoot“ (Erscheinungsjahr 1969): „Der Joymaker ist zugleich ein Telefon, eine Kreditkarte, ein Wecker, eine Taschenbar, eine Bibliothek und eine Vollzeitsekretärin und gleicht dem heutigen Smartphone. Es bietet Zugang zu Bankdienstleistungen, misst den Herzschlag und den Atem des Trägers und man kann Waren damit bestellen.“

In der Infografik „Prediction or Influence?“ auf der Site thinglink.com werden weitere Beispiele aus der Science Fiction-Literatur gezeigt, die längst schon Realität sind. Der Zeitstrahl beginnt im Jahre 1735 mit „Gullivers Reisen“ von Jonathan Swift und enden mit „The Age Of Intelligent Machines“, das Raymond Kurzweil 1990 veröffentlichte. In dem Werk gelang es einem Computer, den besten menschlichen Schachspieler zu besiegen. Realität wurde diese Vision nur sieben Jahre später.

Faszination Zukunft – das treibt uns an

Was unterscheidet eigentlich Science-Fiction-Filme von Fantasy-Filmen? – Es ist wohl die wissenschaftliche Betrachtung: wenn etwas funktionieren könnte, wie das Hoverboard, ist es Science Fiction. Gelingt dies nicht, wie der in fremde Welten führende Schrank in „Narnia“, ist es Fantasy. Science steht für „Wissenschaft“, Fiction für Fiktionen – wissenschaftlich mögliche Fiktionen. Genau das treibt uns an, ermöglicht Innovationen wie die Smartwatch oder das Smartphone.

Sehen wir uns die Pflanzen auf Pandora an, dem Mond aus dem Film „Avatar“: die Pflanzen sind erfunden, die Location ebenfalls. Jedoch haben sich die Pflanzen auf Pandora an die stickstoffarme Umgebung angepasst und wachsen biologisch einwandfrei. Dafür sorgte Jodie Holt, die im echten Leben Botanikerin an der University of California ist. Aufgrund dieser Gegebenheiten ist es uns Zuschauern möglich, uns darauf einzulassen. Wenn Erfundenes glaubwürdig wird, gehen wir mit. Und nicht nur wir, sondern auch die findigen Köpfe, die aus Science Fiction Realität machen.

Science Fiction in echt: wenn Vision & Wirklichkeit Hand in Hand gehen

Es ist ein Geben und ein Nehmen, wenn aus Visionen Wirklichkeiten werden: ein kluger Kopf kreiert eine Welt, die unrealistischer kaum sein könnte, jedoch eine wissenschaftlich realistische Komponente besitzt. Diese eine Komponente kann es sein, die einen oder mehrere andere kluge Köpfe dazu inspiriert, es zu probieren und aus Visionen Realitäten zu schaffen. Wir sind nicht mehr so fern davon, unser selbstfahrendes Auto mit der Smartwatch heranzurufen – wie es Micheal Knight in den 80er Jahren mit K.I.T.T. getan hat. Die beiden Komponenten, Auto und Smartwatch, existieren für sich bereits, die Verbindung ist nur noch Formsache.

Es ist die Faszination daran, uns das Leben zu erleichtern, Wissen und unsere Körper zu vereinen, neue Effizienzen zu schaffen, wie wir sie aktuell im Bereich Industrie 4.0 kennenlernen. Wo kommen wir da nur hin? – Vielleicht in eine Zeit, in der Roboter unsere Arbeit verrichten. Wir Menschen haben dann mehr Zeit, uns mit Dingen zu befassen, die wir wirklich lieben. Einige technische Erfindungen, die der Welt noch fehlen, haben wir euch in diesem Blogbeitrag zusammengestellt, andere, die wir bereits aus Filmen und Serien kennen, seht ihr in unserem Beitrag „Smart Home in Filmen und Serien: so wollen wir leben!“. Die Zeit ist immer reifer für gelebte Science Fiction. Und die Zeit, die zwischen Sci-Fi-Vision und Realität vergeht, wird immer kürzer, wie die oben verlinkte Infografik anschaulich zeigt.

Wir wollen Vereinfachung, wollen Effizienz, wollen dennoch gut leben. Was willst du? Angenommen, du wärst Sci-Fi-Autor – welche Vision schwebt dir vor? Oder angenommen, du wärst Erfinder: welche Vision aus der Sci-Fi-Literatur würdest du sofort umsetzen?


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