SD-Karte kaufen: Kaufberatung für die am häufigsten eingesetzte Speicherkarte

Die SD-Karte gibt es in verschiedensten Ausführungen. Vielfalt verwirrt jedoch. Mit unserer Kaufberatung schaffen wir Klarheit!

Die SD-Karte gibt es in verschiedensten Ausführungen. Vielfalt verwirrt jedoch. Mit unserer Kaufberatung schaffen wir Klarheit!

Von Cam bis Smartphone: die SD-Karte hat sich zum Standard-Speicher gemausert. Die Vielfalt verwirrt jedoch. Mit unserer Kaufberatung schaffen wir Klarheit!

SD-Karten in Hülle und Fülle

SD, SDXC, miniSDHC, microSDXC und wie sie alle heißen: SD-Karten existieren in derartig vielen verschiedenen Ausführungen, dass es schwer ist, nicht den Überblick zu verlieren. Nicht nur unterschiedliche Speichergrößen der SD-Karte gilt es zu beachten, sondern auch verschiedene Bauformen und diverse Klassen. Welche Kriterien spielen beim Kauf der „Secure Digital Memory Card“ eine Rolle?

SD-Karte: verschiedene Bauformen für unterschiedliche Zwecke

Kameras, Smartphones, Tablets, Netbooks, portable Spielkonsolen & Co.: nahezu jedes portable Gerät ist heute auf einen Zusatzspeicher angewiesen. „SD“ steht übrigens für „Secure Digital“. Dies ist eine wichtige Eigenschaft der im Hause Sandisk ursprünglich entwickelten Speicherkarte: geschützte Medien wie Filme oder Musik sollen durch die integrierte Sicherheitsfunktion nicht unrechtmäßig wiedergegeben werden. Deshalb findest du bei SD-Karten im Standardformat (Maße: H 32 x B 24 x T 2,1 mm) oftmals einen mechanischen Schalter an der Seite, der diesen Schreibschutz aktiviert bzw. deaktiviert. Diese SD-Karten eignen sich für gängige Notebooks, für Digitalkameras und für portable Konsolen.

Diesem Standardformat stehen zwei geschrumpfte Variationen zur Seite: die microSD- und die miniSD-Karte. Der Zwischenschritt miniSD spielt heutzutage keine Rolle mehr; seit 2009 wurde die Produktion extrem zurückgeschraubt. Besitzt du ein Gerät mit miniSD-Slot, kannst du jedoch einen miniSD-Adapter nebst microSD-Karte verwenden. MicroSD-Karten mit winzigen 11 x 15 x 1 mm hingegen finden heutzutage in nahezu jedem Smartphone Platz.

Neben der Größe unterscheiden sich diese Bauformen auch in der Anzahl ihrer Pins: SD-Karten verfügen über 9 Pins auf ihrer Rückseite, bei microSD-Karten sind es 8 Pins. Diese Pins erfüllen verschiedene Aufgaben: hier werden Datenleitung, Stromversorgung und weitere relevante Dinge gewährleistet. Adapter kannst du auch verwenden, wenn du deine microSD-Karte in einen SD-Kartenslot stecken möchtest.

Ein Vergleich von drei verschiedenen Größen der Speicherkarte.

Ein Vergleich von drei verschiedenen Größen der Speicherkarte. (Bild: „A comparison of three different size memory cards. Left to right: compact flash, SD card and micro SD.“ von Evan-Amos, Lizenz: Public Domain)

SD, SDHC, SDXC: Speichergrößen von winzig bis riesig

Die Vielfalt der SD-Karte spiegelt sich auch in den Speichergrößen wider. Eine SD-Speicherkarte ohne Zusatzbezeichnung bietet mit maximal 2 GB die kleinstmögliche Kapazität. Weder Schnappschussjäger noch Vielfilmer oder Dauermusikhörer haben etwas davon. Die greifen besser zu Modellen mit dem Zusatz HC, der „High Capacity“ abkürzt. SDHC-Speicherkarten nehmen maximal 32 GB auf.

SDXC ist diejenige Variante am Markt, die derzeit die größten Kapazitäten bietet – das XC steht für „Extended Capacity“. Sandisk, die Mutter aller Speicherkarten, stellte sogar ein 512 GB-Modell vor, das derzeit als Maximus gilt.

Die SD-Karte ohne weiteren Zusatz nutzt das Dateisystem FAT16, die meisten SDHC-Speicherkarten das schon ältere Dateisystem FAT32. Bei SDXC-Karten lässt sich technisch jedes Dateisystem verwenden, oftmals wird noch das von Microsoft entwickelte FAT32 genutzt. Die Hersteller verlagern jedoch zu exFAT, womit theoretisch bis zu 2 TB Speicherkapazität möglich sind (und in Zukunft sicher auch genutzt werden). ExFAT unterstützt, entgegen zu FAT32, Einzeldateien mit einer Größe von über 4 GB, was sie zum idealen Speicherbegleiter für Full HD- oder 4K-Aufnahmen macht. Im exFAT-Standard liegt die maximale Dateigröße bei sagenhaften 512 TB – noch mal zum Vergleich: FAT16 verarbeitet Einzeldateien bis maximal 2 GB.

Aus dem Dateisystem ergibt sich also auch die maximale Speichergröße deiner SD-Karte. Wenn du demnächst die Bezeichnungen SD 1.0 oder auch SD 1.1 liest, weißt du, dass es sich hierbei um normale SD-Karten mit FAT16 handelt, bei SD 2.0 um SDHC-Karten mit FAT32 und bei SD 3.0 um SDXC-Karten, die entweder FAT32 oder exFAT nutzen. Möchtest du große Dateien wie Filme in 4K hinterlegen, kann es also notwendig sein, deine Speicherkarte nach NTFS oder exFAT zu formatieren.

Diese microSDXC-Karte von Samsung hat die Geschwindigskeitsklasse Class 10, UHS-I und U3‑Class 3. Die Schreibgeschwindigkeit beträgt bis zu 90 MB/s.

Diese microSDXC-Karte von Samsung hat die Geschwindigskeitsklasse Class 10, UHS-I und U3‑Class 3. Die Schreibgeschwindigkeit beträgt bis zu 90 MB/s.

Schreibtempo wird in Klassen angegeben

Das nächste auffällige Merkmal an einer SD-Karte sind die Klassen: beispielsweise kannst du von „Class 2“ lesen oder aber UHS. Diese Angaben geben Auskunft über das Schreibtempo deiner Speicherkarte, wobei immer die garantierte Geschwindigkeit, also die Mindestgeschwindigkeit, angegeben wird. So garantiert eine mit „Class 2“ gekennzeichnete Speicherkarte ein Tempo von mindestens 2 Megabyte pro Sekunde. Eine 4 Class-Karte schreibt mit mindestens 4 MB/s und Class 10-Karten mit 10 MB/s oder mehr – die Maximalwerte können über der angegebenen Geschwindigkeit liegen.

Die noch recht junge Klassifizierung „UHS“ kürzt „Ultra High Speed“ ab. UHS Class 1 entspricht der Class 10, schafft es also auf 10 MB/s, UHS Class 3 erreicht bereits 30 MB/s. UHS Class 1 und Class 10 sind jedoch verschiedene Standards; sie durchlaufen unterschiedliche Tests, weshalb du auf einer Class 10-SD-Karte nicht unbedingt ein UHS I-Logo finden wirst. Je mehr du filmst, umso entscheidender ist das Schreibtempo. Auch für Fotografen, die häufig Serienbilder fotografieren, etwa Sport- oder Tierfotografen, ist das Schreibtempo wichtig.

Seit 2015 existiert auch die UHS II-Klassifizierung, die du auch unter der Bezeichnung SD 4.0 bzw. 4.1 finden wirst. Hierbei sind Übertragungsraten von maximal 312 MB/s möglich. Derzeit hat man noch kein Mindesttempo für das Schreiben definiert.

Und die Leserate?

Die Klassifizierung und damit die Schreibgeschwindigkeit deiner SD-Karte ist also recht logisch, anders sieht das leider bei der Leserate aus. Diese wird in einem Faktor ausgedrückt, der auf den Lesegeschwindigkeiten von Cds (150 KB/s) basiert.

Findest du auf deiner SD-Karte also den Hinweis „133“, kannst du davon ausgehen, dass sie mit etwa 19,95 MB/s überträgt:
133 x 150 = 19.950 KB – umgerechnet in MB ergeben sich 19,95 MB/s.

Wie die Hersteller mit den Raten umgehen, ist ganz verschieden: einige geben an, die SD-Karte verfüge über ein größeres Lese- als Schreibtempo, andere nennen identische Werte. Begrifflichkeiten wie „Pro“, „Ultra“ oder „Extreme“ sagen gar nichts aus; damit preisen die Hersteller lediglich ihre Speicherkarten an.

SanDisk Corporation (SD) ist ein multinationales Unternehmen mit Sitz in Milpitas, Kalifornien.

SanDisk Corporation (SD) ist ein multinationales Unternehmen mit Sitz in Milpitas, Kalifornien. (Bild: „SanDisk Headquarters Milpitas“ von LPS.1, Lizenz: CC0 1.0)

SD-Karte mit Spezialfunktionen

Sandisk ist, wie erwähnt, die Mutter aller Speicherkarten – und andere Hersteller zahlen Lizenzgebühren an das Unternehmen, um ebenfalls Speicherkarten herstellen und vertreiben zu dürfen. In einer Welt, in der nahezu jeder Mensch mit mindestens zwei, meistens mehr mobilen Geräten unterwegs ist, genügen ordinäre Speicherkarten natürlich nicht mehr unbedingt.

Und so bietet der Markt mittlerweile unzählige Extras: SD-Karten mit WLAN zur kabellosen Datenübertragung, welche mit integriertem USB-Port zur Übertragung an PCs ohne Kartenleser oder SD-Karten mit GPS-Funktion zum Übertragen von GPS-Daten. Allen SD-Speicherkarten gemein sind ihre robusten Eigenschaften: sie halten Hitze genauso gut aus wie Kälte oder eine hohe Luftfeuchte.

SD-Karten für Mobilgeräte sind schnell gekauft

Weder beim Smarthone und Tablet noch beim MP3-Player wirst du beim Kauf deiner SD-Karte verzweifeln. Wähle die passende Bauform, die du in aller Regel in der Gerätebeschreibung findest – microSD hat sich als Quasi-Standard bei kleinen Mobilgeräten durchgesetzt. Und wähle anschließend die passende Größe.

Gleich beim Kauf deines Mobilgeräts solltest du auf etwaige Speicherlimitierungen achten: wenn du gerne und häufig mit deinem Smartphone fotografierst und filmst, ohne regelmäßig die Dateien auf deinem Rechner zu sichern, kommst du mit einer 8 GB-SD-Karte nicht sehr weit. Dein Smartphone sollte sich mindestens auf 16, idealerweise auf 32 GB erweitern lassen. Hier gilt natürlich: je höher die Speicherkapazität, umso höher der Preis. Jedoch ist eine externe Speichererweiterung allemal günstiger als ein Smartphone mit größerem internen Speicher. Außerdem ist es beim Smartphone-Wechsel praktischer, die Dateien einfach umziehen zu können.

Diese microSDXC-Karte von SanDisk hat die Geschwindigkeitsklasse Class 10 und UHS Speedclass 3 (U3). Sie ist sehr gut geeignet für Aufnahmen von Full HD- und 4K UHD-Video.

Diese microSDXC-Karte von SanDisk hat die Geschwindigkeitsklasse Class 10 und UHS Speedclass 3 (U3). Sie ist sehr gut geeignet für Aufnahmen von Full HD- und 4K UHD-Video.

Speicherkarten für Kameras: ein genauer Blick lohnt sich!

Speicherkarten für Digitalkameras auszuwählen, ist schon etwas komplexer. Gerade aktuelle Modelle benötigen die Möglichkeit, viele Daten in möglichst kurzer Zeit zu verarbeiten, etwa beim Filmen in 4K. Um Aussetzer zu vermeiden, solltest du darauf achten, dass deine SD-Karte mit dieser Verarbeitung klarkommt. Dafür gilt:

Filmst du in Full HD, genügen Klasse 6 oder 10 – setze mindestens auf Class 4, darunter in keinem Fall. Möchtest du 4K-Filme, sollte die SD-Karte bereits UHS II-klassifiziert sein. Achte bereits beim Kauf auf etwaige Anforderungen, die der Hersteller betont. Im Zweifel kannst du beim Hersteller auch anfragen, welche Speicherkarte empfohlen wird.

Fazit Kaufberatung SD-Karte

Um die richtige SD-Karte für deine Ansprüche zu finden, ist der erste Schritt, das Endgerät genauer in Augenschein zu nehmen: welche SD-Kartengröße und welche maximale Speicherkapazität sind überhaupt möglich? Anschließend schaust du dir den Einsatzzweck an. Je anspruchsvoller der Einsatz, umso höher sollte die Klassifizierung (Class oder UHS) sein. Als Smartphone-Schnappschussjäger genügt eine microSD-Karte mit 16 – 32 GB (je nachdem, was dein Smartphone erlaubt), die Klassen kannst du getrost vernachlässigen. Bei anspruchsvolleren Einsätzen müssen Speicherkapazität und Klasse beachtet werden.

Welche deiner Geräte hast du mit welcher SD-Karte ausgerüstet? Gibt es SD-Karten, die du besonders empfehlen kannst?


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