Technik-Trends zum Anhören: Mini-Beamer – das Kino in Handy-Größe

von detektor.fm

Nicht viel größer als ein Stift

Nicht viel größer als ein Stift: Der Aiptek Pocket Cinema T30.

Sie heißen Taschenprojektoren, Mini-Beamer oder auch nur LED-Beamer: Dank der kompakten Abmessungen der Geräte können pfiffige Referenten mitten in einer Präsentation plötzlich Bilder an die Decke zaubern.

Solche Taschenprojektoren können an die Digitalkamera, Smartphones, SD-Karten oder USB-Sticks angeschlossen werden und sind damit leicht unterwegs in Betrieb zu nehmen. Und gerade jetzt, wo wir uns schon darauf einstellen, zukünftig wieder mehr Zeit drinnen mit Filmen, Serien & Co. zu verbringen, können wir uns schon vorstellen, dass die kleinen Mini-Beamer unser Leben unterhaltsam bereichern könnten.

Und was sagt Stiftung Warentest zu diesen Mini-Beamern?

Markus Bautsch ist Projektleiter bei der Stiftung Warentest und hat für unsere Rubrik “Technik-Trends zum Anhören” über Mini-/LED-Beamer gesprochen.

Unser folgender Podcast (zum Hören & Mitlesen) widmet sich der Frage, was die kleinen Beamer taugen. Hört rein und bildet Euch Eure eigene Meinung:

Podcast: Mini-Beamer – das Kino in Handy-Größe

Das Interview zum Mitlesen

Liegen wir denn richtig, wenn wir denken: “Das sind ganz normale Beamer, aber die Geräte sind eben richtig klein?”
Bautsch: Im Grunde genommen haben Sie damit recht! Allerdings hatten Sie ja schon die Präsentation im Büro oder bei der Konferenz und das Heimkino erwähnt. Und da gibt es doch schon einen gewichtigen Unterschied, denn diese kleinen Geräte haben nur eine sehr geringe Stromversorgung mit Akkus. Und die Leuchtmittel, die da eingebaut sind, sind keine hellen Glühlampen, sondern das sind einfache Leuchtdioden, also Halbleiterelemente, die bei weitem nicht die Lichtstärke erreichen, wie diese Beamer, die wir für Heimkino oder Konferenzen einsetzen.

Was sind denn dann die Stärken der kleinen Beamer?
Die Stärke ist das geringe Gewicht und die geringen Abmessungen.
So ein Gerät kann man locker in die Hemd- oder Hosentasche stecken und dann bei einer entsprechenden Stelle in einem Vortrag plötzlich aus der Tasche zaubern und ein Bild an die Wand werfen – vorausgesetzt, dass die Wand hinreichend dunkel ist, sodass man von dem projizierten Bild auch noch was erkennen kann.

Sie haben gerade gesagt: Es sind eben LEDs, die dort drin leuchten. Das heißt, für Kinofilme zu Hause ist das eher nichts?
Also, ich würds dafür nicht einsetzen. Ich kann mir das auch schwer vorstellen: Denn bei Kinofilmen möchte man ja natürlich auch ein bisschen Tonqualität haben und da muss man sowieso größeres Equipment anfahren, um sozusagen dieses auch genießen zu können.

Wenn Sie allerdings in einem völlig abgedunkelten Wohnzimmer mit einem Mini-Beamer, sagen wir mal so ein Meter Diagonale, projizieren wollen, dann ist das durchaus ein akzeptables Bild, wenn auch lange nicht mit hoher Auflösung.

Die Mini-Beamer

Einfach zu transportieren

Die Leuchtleistung eines großen Beamers hängt von dem Leuchtmittel ab, aber natürlich von der Linse, die da drin ist. Wie ist das bei den kleinen, haben die auch eine ähnlich gute Linse?
Natürlich brauchen auch die kleinen Beamer ein Objektiv. Das muss natürlich dann entsprechend klein sein und ist natürlich dann auch angepasst an die Leuchtdiode, die da eingebaut ist. Aber im Grunde genommen sind die Herausforderungen unabhängig davon, ob das ein großes oder kleines Objektiv ist.

Also ist die Qualität, die Schärfe dadurch beeinträchtigt?
Ja, die Schärfe ist bei den Mini-Beamern dadurch begrenzt, dass die Beamer selber nur wenige Zeilen haben. In der Regel sind es heute bei so Geräten von 100, 200, 300 Euro 480 Zeilen. Das sind weniger, als das alte Fernsehen hatte und ist bei weitem weniger als das hochaufgelöste Fernsehen mit 1080 Zeilen heute hat.
Das heißt, die Objektive müssen auch gar nicht die entsprechend hohe Auflösung bringen, weil der Beamer selber gar nicht so viele Punkte unterscheiden kann.

Wie weit darf man wegsitzen vom Bild?
Das kann man einstellen, auch bei den Mini-Beamern. Also man kann im Grunde genommen beliebig weit weggehen. Je weiter man weggeht, desto größer wird das Bild, was zunächst mal ganz beeindruckend klingt. Aber man muss natürlich dabei auch bedenken, dass bei großen Abständen das Bild gleichermaßen auch deutlich dunkler wird. Und da sind dann schon Grenzen gesetzt bei den Mini-Beamern, weil die halt durch die geringe Leuchtleistung insgesamt da nicht mithalten können mit den großen Beamern.

Das heißt also, so bis maximal einen Meter Bilddiagonale kann man damit in völlig abgedunkelten Räumen arbeiten.
Wenn Sie Tageslicht haben, müssen Sie entsprechend näher an die Projektionswand gehen, damit Sie noch gut was erkennen können.

Die Dinger sind inzwischen nicht viel größer als eine Zigarettenschachtel, wie klein werden die denn noch?
Na viel kleiner kann man sie nicht machen, denn die Gesetze der Optik setzen dem auch gewisse Grenzen, das heißt also noch kleiner kann man die gar nicht bauen. Es ist schon erstaunlich genug, wie klein die schon sind!
Das Hauptproblem ist wie gesagt die Lichtleistung der Leuchtdioden. Aber da ist ja die Forschung auch am Ball, da wird weiter entwickelt.
Und ich denke mal in den nächsten Jahren können wir da noch deutlich bessere Geräte erwarten.

Inhalte ganz einfach an die Decke projizieren

Der AIPTEK MobileCinema i20 Taschenbeamer wird einfach ans Smartphone angesteckt und erzeugt ein Bild.

Ist es denn denkbar, dass das demnächst gar keine eigenen Geräte sind, sondern dass diese Mini-Beamer eingebaut werden in Smartphones, Netbooks oder Tabletcomputer?
Das ist gar nicht so sehr Zukunft. Denn Digitalkameras und Camcorder gibt es schon geraume Zeit, die schon solche eingebauten Projektoren haben in dieser Kategorie. Kann man durchaus verwenden, wenn man nach einem Fotoshooting oder einem Videoshoot mal schnell zeigen möchte, was die Kamera oder Camcorder aufgenommen hat.

Aber auch hier sind diese Grenzen gesetzt. Das heißt, die Bilder dürfen nicht so groß werden und sind auch nicht so hell. Und im Übrigen muss man auch bedenken, dass die Beamer einen gewissen Energiebedarf haben. Und wenn Sie mobil unterwegs sind, müssen Sie bedenken, dass ihr mobiles Gerät – egal ob Kamera oder Smartphone – natürlich dann auch leergesaugt wird. Das heißt, der Akku hält dann nicht so lange, wie wenn Sie ohne Beamer arbeiten.
Und bei den eigenständigen Mini-Beamern ist es oft schon ein Problem, einen ganzen Spielfilm mit 90 Minuten Länge zu projizieren, ohne zwischendurch nochmal nachzuladen.

Abschließend eine der wichtigsten Fragen: Wie teuer sind solche Geräte und für wen lohnen Sie sich?
Die Frage nach dem Preis ist noch einigermaßen einfach zu beantworten. Also Sie müssen schon über 100 Euro anlegen, vielleicht 200, 300 Euro, wenn es ein bisschen bessere Qualität sein soll. Das Weitere, was Sie wissen wollen, ist für wen sich das lohnt: Also, ich denke, wer seine Zuhörer in einem Vortrag überraschen möchte mit einer plötzlichen Projektion und sowas dann einfach so aus der Tasche holt und mal schnell ein paar Bilder ohnen einen Videoclip zeigt, für den ist das genau das Richtige. Aber für ernsthafte und professionelle Anwendungen ist das wohl eher weniger gedacht.

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Schlagwörter: Diashows, Hosentasche, Mini-Beamer, Stiftung Warentest, Tonqualität

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