TechNostalgie: Radio von früher bis heute

So riesig waren Radiogeräte in den 50er Jahren!

So riesig waren Radiogeräte in den 50er Jahren! (Quelle: „Röhrenradio Florida (1954), Blaupunkt“ von Eckhard Etzold, Lizenz: CC BY-SA 2.0 DE)

Radios spielen vielleicht nicht mehr die erste Geige in unserem Alltag, aber wegzudenken sind sie dennoch nicht!

Das Radio – eine über 100-jährige Geschichte!

Kaum zu glauben: Das Radiogerät, welches sich in den letzten 10 Jahren optisch und technisch stark verändert hat, begleitet uns schon seit über 100 Jahren. Wem haben wir diese Erfindung zu verdanken? Eines sei schon vorab verraten: Es war ein Italiener, der maßgeblich für die Erfindung des Radios verantwortlich war.

Doch davor musste noch etwas anderes erfunden werden und zwar das Telefon. Das klingt am Anfang vielleicht etwas seltsam, ist aber logisch. Denn beim Radio, wie auch beim Telefon, wird eine Tonübertragung benötigt. Im Jahr 1876 wurde von Alexander Graham Bell das Telefon erfunden. Während beim Telefon jedoch noch ein Draht als Leiter verwendet wird, ist der Rundfunk drahtlos. Hertz (dieser Name sollte euch bekannt sein) entdeckte 1886 die elektromagnetischen Wellen. Ein schlauer Italiener namens Guglielmo Marconi nutzte diese Technik 1897 zur Übertragung von Nachrichten. Marconis Radiogerät war allerdings noch weitaus größer als der oben abgebildete Apparat. Sein Radio füllte ein ganzes Zimmer aus. Dem Italiener wird nicht nur die Erfindung des Radios zugeschrieben. Er gilt vielmehr als Erfinder der allgemeinen drahtlosen Kommunikation oder auch der Funktechnik, die in Maschinen, Laptops, Autos und TV-Geräten genutzt wird. Nicht vergessen sollte man hier Nikola Tesla, welcher ungefähr zur selben Zeit wie Marconi ein Patent auf die Funktechnik anmeldete. Die Nutzung der Funktechnik für drahtlose Nachrichtenübermittlung geht aber klar auf das Konto des Italieners.

Von Militär und Information zur Unterhaltung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts dachte noch niemand an flotte Sounds, die ein Radio von sich gibt. Die Technologie wurde anfangs für ziemlich ernste, nämlich militärische Zwecke genutzt. Der Hauptvorteil des Radios war, eine Nachricht möglichst schnell an viele Empfänger zu verbreiten. Auch Informationen wie Börsennachrichten wurden so übertragen. Erst nach dem ersten Weltkrieg sollte auch die breite Bevölkerung von dieser Technologie profitieren.

Die große Zeit des Radios als Unterhaltungsmedium begann in den frühen 20er Jahren mit ersten Konzertübertragungen. Betrieben wurden die Radiosender damals von der Reichspost. Jeder Radionutzer musste sein Gerät eintragen lassen und bei der Reichspost eine Nutzungsgebühr entrichten. Das erinnert doch ganz stark an die heutigen GEMA-Gebühren! Zum Ende der 1920er konnten sich schließlich immer mehr Familien ein Radiogerät leisten. Besonders der Hersteller Loewe dominierte damals den noch sehr kleinen Markt der Radiogeräte.

XXL-Geräte – die Röhrenempfänger

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Gemeinschaftserlebnis für die Familie mit dem Röhrenempfänger. (Quelle: „Erholung am Flussufer“ – Familie mit KdF-Wagen[1] und tragbarem Röhrenempfänger“ von Bundesarchiv, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Wer öfter bei den Großeltern zu Besuch ist, wird vielleicht schon die großen Kästen mit poliertem Holzrahmen und großen Drehknöpfen bestaunt haben. Dabei handelt es sich um Röhrenempfänger. Diese Geräte folgten auf die kurze Phase der Detektorempfänger, bei denen man sich zum Radiohören noch Kopfhörer aufsetzen musste. Die Röhrengeräte mit Lautsprechern machten das Radiohören schließlich zum Gemeinschaftserlebnis. Es gab noch kein Fernsehen, und so war das Radio das Zentrum der Unterhaltung. Statt vor dem TV machte man es sich damals rund um den Röhrenempfänger gemütlich und lauschte den Nachrichten oder Musikübertragungen.

In den 1930er Jahren wurde das Radio durch die Nationalsozialisten für Propagandazwecke ausgenutzt. Mit dem billig produzierten Volksempfänger vergrößerte sich die Menge der Radiohörer schnell. Die Geräte waren so groß wie ein Reisekoffer und enthielten gasgefüllte Röhren. Es dauerte ungefähr fünf Minuten, bis das Radio warmgelaufen war und ordentliche Töne ausspuckte. Einen automatischen Sendersuchlauf gab es nicht: Der Sender musste manuell möglichst störungsfrei eingestellt werden. Je größer die grüne Fläche – das magische Auge – umso genauer war der Sender eingestellt.

Conrad Electronic – die unternehmenseigene Radiogeschichte

Das Unternehmen Conrad hat eine besondere Beziehung zum Radio. Und damit meinen wir nicht, dass es bei Conrad Radios zu kaufen gibt. Nein, der Firmengründer Max Conrad war sozusagen am Siegeszug des Radios direkt beteiligt (zur Unternehmensgeschichte). 1923 eröffnete er in Berlin ein Fachgeschäft für Radiogeräte. Um dem Mangel an kompletten funktionierenden Radios abzuhelfen, verkaufte Max Conrad Radio-Bausätze – entweder zum Selbst Zusammenbauen oder inklusive Montage durch Conrad-Mitarbeiter.

Schon in den 30ern konnte man bei Conrad Radios erstehen!

Die Geschichte von Conrad und des Radios in einem Bild!

Auch gute 20 Jahre später war die Entwicklung von Conrad Electronic eng mit dem Radio verbunden. Der Sohn des Firmengründers, Werner Conrad, hatte wie sein Vater Erfolg mit Radiobausätzen. Zusammen mit Max Grundig umging er das Verbot der Allierten, fertige Radios zu verkaufen. Die beiden boten einen Radiobausatz mit dem Namen „Heinzelmann“ zum Verkauf an.

Heinzelmann Radio

So sah ein fertiges Heinzelmann Radio aus!

Das Radio schrumpft: Vom Röhrenempfänger über Transistor- und Digitalradio zum Internetradio

In den 50er Jahren bekamen die Röhrenempfänger ernsthafte Konkurrenz. 1953 wurde das erste Transistorradio in Deutschland auf den Markt gebracht – damals noch von einer US-Amerikanischen Firma. Einige Jahre später stellten auch deutsche Unternehmen Transistorradios her. Das Halbleiter Bauelement Transistor war nicht nur kleiner als die zuvor genutzten Röhren, sondern auch unempfindlicher gegenüber Stößen. Batteriebetriebene Transistorradios konnten so perfekt transportiert und ortsunabhängig genutzt werden. Ab den 70ern, vor allem aber in den 80er Jahren entstanden massenweise Kombigeräte aus Radio und Kassettenrekorder, auch bekannt als Ghettoblaster. Diese Geräte waren damals total angesagt.

Die Ghettoblaster waren im Trend in den 80ern!

Die Ghettoblaster waren im Trend in den 80ern! (Quelle: „The Family“ von Tom Meyer, Lizenz: CC0 1.0)

Durch die Umstellung auf digitale Übertragung wurde die Soundqualität schließlich deutlich verbessert. Mit DAB (Digital Audio Broadcasting) wurde das Radiohören auf eine neue Ebene gehoben. Den Besitzern von Internetradiogeräten steht inzwischen eine unglaublich große Auswahl an Radiosendern für alle Musikrichtungen zur Verfügung. Auch Sender aus aller Welt sind verfügbar. Während vor einigen Jahren das Internetradio hauptsächlich über Laptop oder PC genutzt wurde, legen sich heute immer mehr Menschen eines der schicken Internetradiogeräte zu.

Fazit: Retro ist Trend!

Alles in allem hat das Radio eine beeindruckende Entwicklung hingelegt, vor allem in den letzten Jahren im Zuge des Internets. Beeindruckend ist, dass wir trotz YouTube etc. immer noch gerne ein festes Radioprogramm mit Moderation, Späßen, Nachrichten etc. genießen. Das zeigt, dass die Geschichte des Radios noch lange nicht zu Ende ist. Im Gegenteil, auch in den modernen Radiogeräten wird die Geschichte des Radios durch das Design wieder lebendig. Eine tolle Verbindung aus Zukunft (Internetradio) und Vergangenheit!

Wenn man sich ein bisschen umsieht, entdeckt man immer wieder Radios, die sogar die alte Optik von Röhrengeräten wieder aufgreifen. So zum Beispiel dieses Nostalgie-Radio mit Holzgehäuse. Sogar die modernen Internetradios mit Farbdisplay sind nicht nur in kühlem Apple-ähnlichen Design, sondern auch im angesagten Retro-Look zu haben. Das Internetradio Dual IR 6S  ist mit Spotify Connect kompatibel und kann mit dem Smartphone bedient werden. Die ganze Technik ist in edler heller Holzoptik verpackt. Zu guter Letzt noch etwas für die Kinder der 80er: Nur weil man inzwischen das Smartphone überall mitnimmt, heißt das nicht, dass der Ghettoblaster ausgestorben ist. Dies beweist auch der Roadstar. Mit CD, USB, Radio und LED-Discolicht in wechselnden Farben bist du damit sicher ein willkommener Partygast!

Wir wünschen viel Spaß beim Radiohören!


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