Virtual Reality und Augmented Reality: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die Oculus Rift, ein Vorreiter der Virtual Reality., ist aktuell dank Facebook ein großes Thema.

Die Oculus Rift, ein Vorreiter der Virtual Reality., ist aktuell dank Facebook ein großes Thema. (Quelle: „Anna Bashmakova and Oculus Rift“ von Sergey Galyonkin, Lizenz: CC BY-SA 2.0)

VR und AR werden oft in einem Atemzug genannt. Was verbindet und was unterscheidet jedoch diese beiden Technologie-Trends mit- und voneinander?

Die Wiedergeburt von Virtual & Augmented Reality

Virtual und Augmented Reality sind wahrlich keine Erfindungen der Neuzeit. So gab es in den 1990er Jahren etliche Ansätze von zahlreichen Entwicklern, die jedoch in der Versenkung verschwunden sind. Nintendo beispielsweise scheiterte grandios mit seinem Virtual Boy; einem riesigen Kasten, der virtuelle Realitäten zum Endkunden bringen sollte. Nintendo unternahm keinen weiteren Versuch, um doch noch in die VR einzusteigen; der Virtual Boy ging als größter Flop in die Firmengeschichte des Konzernriesen ein.

So langsam aber sicher kriechen Virtual und Augmented Reality wieder in unserem Alltag. Fast nebenher hat sich ein Markt an AR-Apps etabliert, den viele Anwender nutzen, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass sie Augmented Reality-Technologie anwenden. Die erweiterte Realität ist bereits fester Bestandteil unseres Alltags, ob nun bei Sportübertragungen oder auf dem eigenen Mobiltelefon – Augmented Reality gehört einfach schon längst dazu.

Virtual Reality hingegen gehört zu den Trends dieses Jahres. Filmstudios wurden gegründet, VR-Brillen stehen in den Startlöchern, um den Markt zu erobern, und sogar ein Themenpark wird noch in diesem Jahr eröffnet. Momentan hat AR die Oberhand, aber ob das so bleibt, erscheint fraglich angesichts der angekündigten Entwicklungen für 2016.

In aller Kürze: das sind VR und AR

Augmented Reality ist das Verschmelzen virtueller Realitäten mit dem wirklichen Leben. Innerhalb einer Anwendung werden Bilder erzeugt und Inhalte rund um die reale Welt geschaffen. Mithilfe von Augmented Reality können Benutzer über virtuelle Inhalte mit der realen Welt kommunizieren und sie sind in der Lage, die virtuelle von der realen Welt zu unterscheiden. Oder ganz kurz auf den Punkt gebracht:

Augmented Reality ist eine reale Umgebung mit virtuellen Objekten.

Bei der Virtual Reality geht es darum, eine virtuelle Welt zu erschaffen, um den Anwender innerhalb dieser Welt (inter-)agieren zu lassen. Diese virtuelle Welt ist idealerweise so gestaltet, dass der Nutzer die virtuelle nur schwer von der realen Welt unterscheiden kann. VR wird in aller Regel durch das Tragen entsprechender Hardware, also VR-Brillen, erzeugt. Oder kurz:

Virtual Reality ist eine virtuelle Umgebung mit realen Objekten.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten von VR und AR

Virtual Reality und Augmented Reality verfolgen ein ähnliches Ziel: als Nutzer sollst du eintauchen können. Jedoch bedienen sich Virtual Reality und Augmented Reality dabei verschiedener Methoden. Als AR-User bleibst du mit der realen Welt verbunden und interagierst mit virtuellen Objekten. VR jedoch isoliert dich von der realen Welt; du tauchst vollständig in die virtuelle Welt, die dir idealerweise so real wie möglich erscheint.

Für die Praxis bedeutet das, dass VR besser im Entertainment-Bereich funktionieren wird. Vom Gaming über eine neue Art des Fernsehens bis hin zu sozialen Netzwerken erlauben virtuelle Realitäten, den Entertainment-Faktor immens zu steigern. AR hingegen ist eher dem Infotainment zuzuordnen. Von der Medizin über Sport bis hin zu Militär- und Katastrophenmanagement hilft die erweiterte Realität bereits.

Ein Beispiel aus der Medizin soll dies verdeutlichen: Eine App vom Fraunhofer MEVIS unterstützte bereits in 2013 bei einer Leber-OP die Chirurgen im Operationssaal. Die Schwierigkeit bei chirurgischen Eingriffen an der Leber sind etliche Blutgefäße, die zu starkem Blutverlust beim Patienten führen können. Eben diese Gefäße konnten auf einem Tablet sichtbar gemacht werden: 3D-Röntgenbilder verraten, wo beim jeweiligen Patienten diese Gefäße verlaufen, sodass die OP präzise geplant werden kann.

VR ist in diesem Sektor keinesfalls unnütz! So erlaubt die Kombination von VR und AR im medizinischen Bereich das genau volumenartige Darstellen des Inneren jedes Patienten und Ärzte können quasi eine virtuelle Reise durch den Patienten unternehmen und mittels virtuellen und realen Operationsinstrumenten interagieren. Möchtest du dich weiterführend informieren, ist der Vortrag „VR und AR in der Medizin“ (PDF) von Bernhard Engstler empfehlenswert.

Folgen der Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Es ergeben sich verschiedene Konsequenzen aus den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von VR und AR. VR-Systeme etwa sollen die reale Welt ersetzen. In der Folge sind die Ansprüche an die Bildqualität wesentlich höher als die an AR. Bei AR-Systemen haben Bilder lediglich einen unterstützenden Charakter. Deshalb ist für die jeweiligen Ausgabedisplays ein unterschiedlicher Qualitätsanspruch zu setzen. Für Virtual Reality sind hohe Auflösungen und Farbdisplays unumgänglich, bei Augmented Reality können die Auflösungen niedrig sein und einige Anwendungen kommen sogar mit Monochrome-Displays aus. Bei VR darf das Sichtfeld nicht beschnitten sein, für AR sind hingegen HMDs mit begrenztem Sichtfeld ausreichend, da die reale Welt neben dem Display weiterhin sichtbar bleibt.

Bei der Augmented Reality werden die virtuellen Objekte den realen quasi aufgesetzt; sie sind also unmittelbar an die Umgebung gekoppelt. VR hingegen ist komplett computererzeugt und daher gänzlich unabhängig von der Umgebung. Das Tracking muss bei AR sehr aufmerksam unternommen werden; zu viele Schatten oder zu grelles Licht etwa beeinflussen das Tracking und Augmented Reality kann unbrauchbar werden. Bei VR entfällt ein solches Tracking gänzlich, es geht um das Erfassen der Bewegungen, die der User ausführt.

Größte Erwartungen an VR und AR

An beide Technologien – Virtual Reality und Augmented Reality – werden größte Erwartungen gestellt! Heather Bellini, Abteilungsleiterin im Bereich Telekommunikation, Medien & Technik bei Goldman-Sachs, ist überzeugt, das AR und VR „die nächste Computing-Plattform“ sein wird. Sie erklärt:

Derzeit gilt VR noch vor allem als Ort für Hardcore-Spieler, aber es berührt immer mehr Bereiche des Alltags. Zum Beispiel im Immobilienmarkt könnten Interessenten etliche Wohnungen besichtigen, ohne das Haus (oder das Büro ihrer Immobilienagentur) zu verlassen. Wir glauben, dass diese Technik verändern kann, wie wir praktisch mit jeder Branche interagieren und dass sie sowohl für Konsumenten als auch für Unternehmen umwälzend sein wird. Wir sind überzeugt, dass VR und AR so umwälzend sein werden wie der Smartphone-Markt.

In diesem Video spricht Bellini über VR und AR:

Das „nächste große Ding“ wurde uns nun schon mehr als einmal angekündigt. Was denkst du: ist dem so?

Werden AR und VR unseren Alltag in den kommenden Jahren spürbar beeinflussen? Wenn ja, warum? Und wenn nicht, wo liegen die Hürden?


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