Was macht der Modellflieger im Winter?

Im Winter liefert der Quadrocopter mit Cam besonders tolle Bilder, Modellflieger im Winter

Im Winter liefert der Quadrocopter mit Cam besonders tolle Bilder (Quelle: „DJI Phantom 2 Vision+ V3 hovering over Weissfluhjoch (cropped).jpg“ von Wikimedia commens, Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Was macht ein Modellflieger im Winter. Wir haben hier ein paar Ideen  für alle ambitionierten Piloten für die kalte Jahreszeit.

Geflogen wird auch im Winter!

Viele Hobbies sind sehr stark auf eine Saison begrenzt bzw. stark wetterabhängig. So auch der Modellflug – könnte man meinen. Klar, im Sommer ist auf jedem Flugplatz Hochbetrieb. Da es lange hell ist, kann mit vielen Modellen auch nach 20 Uhr geflogen werden. Sichtverhältnisse, Wind, Thermik, Temperatur – hier gibt es bis auf ein paar Sommergewitter kaum Probleme. Doch wenn der Herbst und schließlich der Winter anbricht, werden die Besuche auf dem Flugplatz bei vielen Modellbauern seltener. Zum einen ist es oft kalt und windig, zum anderen wird es früher dunkel. Das ist aber kein Grund, dieses schöne Hobby über den Winter pausieren zu lassen. Ganz im Gegenteil, im Winter bietet der Modellflug andere, aber ebenso spannende Herausforderungen für alle ambitionierten Piloten.

Modellflieger im Winter: So trotzt du der Kälte

Mit gutem Beispiel voraus, Modellflieger im Winter

Mit gutem Beispiel voraus. (Screenshot: „Modell AVIATOR-Reportage: Winterfliegen mit Kufen„)

Mit Anbruch der kalten Jahreszeit dürfen sich die Modellflieger langsam aber sicher von den angenehmen Temperaturen verabschieden. Viele Modellflugplätze liegen exponiert auf Anhöhen, wo sie Wind und Wetter ausgesetzt sind. Wenn der Wind über den Platz fegt, sinkt die gefühlte Temperatur nochmal deutlich. So sieht man oft bibbernde Piloten ihre Maschine auf das Flugfeld transportieren. Doch wer gut vorsorgt, muss nicht frieren! Damit euch die Kälte nichts anhaben kann, zieht ihr euch am besten nach dem Zwiebelprinzip an – d.h. mehrere Kleidungsschichten übereinander. Zwei Paar Socken, T-Shirt, Pulli und dann noch die Winterjacke drüber – so hält der Körper die Wärme wesentlich besser. Mit ins Gepäck sollte neben der Flugausrüstung auch unbedingt eine warme Kopfbedeckung, welche auch die Ohren abdeckt. Auf Getränke aus dem Kühlschrank solltet ihr bei arger Kälte besser verzichten. Packt lieber die gute alte Thermoskanne mit Tee oder Punsch ein!  Am heikelsten für die Modellpiloten ist beim Thema „warme Kleidung“ die Wahl der Handschuhe. Ein Großteil der Modellflieger verzichtet während dem Flug auf Handschuhe, um das sich das nötige Feingefühl für die Fernsteuerung zu erhalten. Eine Alternative sind Handschuhe mit offenen Fingerkuppen, wie sie oft zum Radfahren verwendet werden. Oder ihr sucht im Sportfachhandel nach extrem dünnen, eng anliegenden Handschuhen. Selbst wenn ihr die Handschuhe zum Fliegen auszieht, die restliche Zeit solltet ihr sie auf jeden Fall anbehalten. Denn wer schon mit eisigen, unbeweglichen Fingern das Flugfeld betritt, tut sich und dem Modell nichts Gutes.

Auch die Technik braucht Schutz vor der Kälte!

Wenn die Temperaturen unter die Null Grad Marke sinken, brauchen besonders die Lithium Polymer Akkus (LiPos) besonderen Schutz. Bei wenigen Grad unter Null ist es noch nicht so kritisch: Am besten packt ihr den Akku erst kurz bevor ihr auf das Flugfeld geht in den Flieger. Die restliche Zeit lasst ihr die LiPos im Koffer oder im Auto. Bei unter 10 Grad müsst ihr allerdings aufpassen. Denn hier steigt der Innenwiderstand des Akkus und er kann nicht mehr die nötige Leistung liefern. Hier müsst ihr euch eine warme und isolierende Verpackung basteln – zum Beispiel eine extra warme Tasche oder einen beheizten Koffer. Nicht vergessen: Nach dem Flug sollte sich nicht nur der Pilot mit einer Tasse Punsch wieder aufwärmen. Auch der LiPo sollte schnell aus dem Flieger geholt und wieder warm aufbewahrt werden, damit er keinen Schaden nimmt. In vielen Sendern sind inzwischen auch LiPos verbaut. Im Winter kann durch die beschriebenen Umstände dadurch die Betriebszeit des Senders kürzer sein als im Sommer. Vor dem Flug solltet ihr daher sicherheitshalber die Spannungsanzeige des Senders checken, um böse Überraschungen zu vermeiden. Nicht nur Akkus, auch Verbrennermotoren sind bei der Kälte etwas weniger gut drauf als im Sommer. Der Motor sollte erst warmlaufen und nicht sofort in höhere Drehzahlbereiche gejagt werden.

Schneefliegen durch die Winterlandschaft

Aktuell ist es zwar noch nicht so weit, aber irgendwann wird es auch diesen Winter weiss werden. Die verschneite Winterlandschaft eröffnet den Modellfliegern eine ganz neue Facette ihres Hobbys: das Schneefliegen. Hier werden an das Modell Kufen angebracht, um auf dem Schnee zu landen.

Schneefliegen - eine ganz besondere Spielart des Modellflugs, Modellflieger im Winter

Schneefliegen – eine ganz besondere Spielart des Modellflugs (Screenshot: „Winter-Wunder-Land„)

Ein auch unter Profis beliebtes Allround-Flugmodell ist die FunCub von Multiplex. Ihre gutmütigen Flugeigenschaften bieten den Winterfliegern ein tolles und risikoarmes Flugerlebnis. Für dieses Modell ist ein sogenanntes Schwimmer-Set fertig erhältlich. Darin sind passende Kufen enthalten, mit denen die FunCub eine butterweiche Landung auf Schnee hinlegt. Für alle Filmer unter den Modellfliegern heißt es: Auch im Winter sollte die Kamera mit – denn Flüge über die verschneite Winterlandschaft liefern beeindruckende Bilder.

Winter heißt im Modellflug Hallenflugsaison!

Die Hallenflugsaison ist weit verbreitet und auch beliebt, Modellflieger im Winter

Die Hallenflugsaison ist weit verbreitet und auch beliebt. (Screenshot: „Die Hallenflugsaison 2014 des MSC Altdorf„)

Wem es draußen zu kalt ist, muss dennoch nicht auf sein Hobby verzichten. Im Spätherbst beginnt für viele Modellflieger die Hallenflugsaison. Hier wird in Hallen von Schulen oder Sportvereinen mit Indoor-Modellen geflogen. Die besondere Herausforderung ist neben Hallenwänden und -decke die Vielzahl an Modellen auf engstem Raum. In der Turnhalle tummeln sich dann unterschiedlichste Arten von Modellflugzeugen: Modelle aus Depron oder EPP konkurrieren hier mit Mini-Quadrokoptern, Minihubschraubern und vielem mehr. Viele Piloten basteln sich auch eigene fliegende Kuriositäten wie Smileys, Autos usw. – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Speziell für das Hallenfliegen konstruierte Kunstflugmodelle in Leichtbauweise werden auch als Shockflyer bezeichnet. Beim Hallenfliegen steht ganz klar der Spaß und die Gemeinschaft im Verein im Vordergrund. Bei dem oft herrschenden Durcheinanderfliegen sind Crashs an der Tagesordnung – und in den meisten Fällen keine Katastrophe! Die Depron-Modelle sind kostengünstig und schnell wieder zusammengeflickt – und weiter gehts! Und wenn nicht, dann kommt eine weitere Facette des Modellflugs ins Spiel: Der Modellbau.

Winter heißt Zeit zum Bauen und Reparieren

Im Winter wird die Zeit sinnvoll zum reparieren, modifizieren und zusammenbauen genutzt, Modellflieger im Winter

Im Winter wird die Zeit sinnvoll zum reparieren, modifizieren und zusammenbauen genutzt. (Quelle: „Tony C & John G.“ von burlington_rc, Lizenz: CC BY 2.0)

Im Sommer werden die Modelle stark beansprucht, was in den wenigsten Fällen ohne einen einzigen Schaden abläuft. Kein Problem, denn im Winter hat man die Zeit, um seine Modelle wieder auf Vordermann zu bringen. Im Modellbaukeller werden Schäden des Sommers repariert, Modelle umgerüstet und optische Schäden ausgebessert. Und nach dem Sommer ist vor dem Sommer: Jeder will schließlich in der kommenden Saison mit einem neuen Modell auftrumpfen. Was gibt es also schöneres, als sich in den Wintermonaten dem Zusammenbau eines neuen Modells zu widmen.

 Fazit

Ein Modellflieger im Winter, der sich langweilt, ist wirklich selbst schuld. Klar, im Winter zu fliegen ist nicht dasselbe wie bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad. Aber darin liegt auch der besondere Reiz! Vor allem das Fliegen im Schnee ist doch ein toller Grund, das Haus zu verlassen und die Winterlandschaft zu genießen. Fade Winternachmittage am Wochenende müssen auch nicht sein. Das Motto heißt: Ab in die Halle! So schlafen auch die fliegerischen Künste in den kalten Monaten nicht ein.

Wie verbringt ihr den Winter mit euren Modellen – lieber in der Halle, auf dem Platz oder in der Werkstatt?


Starte deine eigene Tekkie-Story


Sag uns deine Meinung!