Wie Augmented Reality deinen Alltag verändern wird

Microsoft ist mit ihrer Idee des HoloLens ein großes Stück im Bereich Augmented Reality vorangeschritten.

Microsoft ist mit ihrer Idee des HoloLens ein großes Stück im Bereich Augmented Reality vorangeschritten. (Quelle: „win10_HoloLens_livingRoom“ von Microsoft Sweden, Lizenz: CC BY 2.0)

Augmented Reality ist schon mitten unter uns. Heute zeigen wir dir, wo AR bereits eine Rolle spielt und welchen Nutzen du von dieser Technologie hast.

Augmented Reality: ein lang gehegter Traum wird wahr

Nicht erst seit gestern, sondern bereits seit Jahrzehnten arbeiten Ingenieure, Forscher und Wissenschaftler daran, unsere Realität computergestützt zu erweitern. Den rasanten technischen Fortschritten der jüngsten Zeit ist es letztlich zu verdanken, dass Bereiche wie Entertainment, Medizin oder auch das Ingenieurwesen durch visuelle Erweiterungen lebendiger werden und wir zusätzliche Informationen zu Objekten erhalten können. Dass Augmented Reality jüngst auch bei dir Einzug hält, ist den leistungsstarken Smartphones, die mit Kamera, Internetzugang und GPS ausgerüstet sind, zu verdanken.

Zugegeben: Mainstream ist AR noch nicht. In den Kinderschuhen befindet sich die Technologie, mit der reale Welten mit digitalen Inhalten ergänzt werden, jedoch auch nicht mehr – sie ist pubertär geworden und auf dem besten Wege, erwachsen zu werden und im Mainstream anzukommen. Planst du beispielsweise einmal eine Städte-Tour nach London, kannst du mit dem Browser Layar die Spuren der Beatles verfolgen. Dreidimensionale Objekte findest du an 42 Punkten in der Stadt, unter anderem kannst du die Beatles beim Überqueren der Abbey Road beobachten.

So wird Zeitung wieder spannend

Wir alle kennen das Jammern großer Verlage, die die Gratiskultur im Internet bemängeln und behaupten, so keine Printausgaben mehr absetzen zu können. Ist ja auch richtig: das Format Zeitung gewinnt allein heute keinen Blumentopf mehr. Augmented Reality macht die Zeitung wieder spannend, wie das Printmagazin Esquire Ende 2009 bewiesen hat: ein AR-Special erlaubte es Lesern, Zusatzinformationen zu den Artikeln, Fotos oder Interviews der Ausgabe abzurufen.

Auch in Deutschland wurde Zeitung endlich mal wieder lebendig, nämlich im Jahre 2010, als das SZ-Magazin seine physische Realität mit digitalen Inhalten erweiterte. IOS- und Android-User konnten sich den AR-Browser junaio downloaden und mit der Smartphone-Kamera zusätzliche Informationen zu den Magazininhalten abrufen.

Durchblick mit Röntgenaugen

Der Spielzeughersteller Lego fand es wohl ziemlich nervig, seine Produktwelten der Fantasie möglicher Käufer zu überlassen. Lego hat Augmented Reality in seinen Einzelhandelsketten integriert: Käufer können die Verpackungen vor fest installierten Kameras halten, um eine realistische Darstellung von fertig gebauten Produkten zu sehen. So schaut das aus:

Wäre doch genial, wenn auch andere Hersteller ähnliches ermöglichen, oder? Mit Röntgenaugen zum Endprodukt, sozusagen – praktisch für Käufer und Verkäufer: sicher erhöht es die Kaufwahrscheinlichkeit, ein Bild des späteren Produkts wirklich vor Augen zu haben. Und sicher wäre so manch ein Käufer vor Enttäuschungen verschont, wenn der Röntgenblick durch die Verpackung überall möglich wäre.

Augmented Reality in der Industrie

Während wir im Bereich Entertainment und Einzelhandel direkt von AR profitieren können, berührt uns der industrielle Bereich indirekt. So wird Augmented Reality beispielsweise in der Wartung von Flugzeugen verstärkt eingesetzt. Für Mechaniker kann es zuweilen schwierig sein, zu einigen Stellen im Flieger Zugang zu finden – bewaffnet mit Anleitungen, Kabelverlaufsplänen und Werkzeugen kein leichtes Unterfangen. Wenn jedoch sämtliche benötigten Informationen via Smartphone steuerbar und via Spezialbrille sichtbar werden, vereinfacht das die Arbeit erheblich.

Das gilt nicht nur für das Warten von Flugzeugen, sondern auch die Mechaniker, die im U. S. Marine Corps beschäftigt sind, profitieren. National Geographic beschreibt in diesem Artikel, wie die Arbeiten der Mechaniker durch AR unterstützt werden. Techniker können sich bei Bedarf detaillierte Anleitungen einblenden lassen, während die Hände fürs eigentliche Arbeiten frei bleiben. Das senkt die Fehlerquote enorm, da das Arbeiten detaillierter und effizienter gestaltet wird.

Der Blick in den Menschen nützt Medizinern bei ihrer Arbeit – vor allem, wenn er ohne schwere Geräte, sondern mit einer leichten Brille ermöglicht wird, wie in diesem Video aus der Serie Medical Augmented Reality (MAR):

Der Clip hat seinen Ursprung übrigens in Deutschland; hierzulande arbeitet man sehr intensiv daran, AR-Technologie in der Medizin einzusetzen. Die Fakultät für Informatik der TU München stellt auf ihrer Website spannende Informationen rund um die Forschung zusammen. Das Fachgebiet Augmented Reality der TUM hat auch einen eigenen YouTube-Kanal – folgen lohnt sich!

AR-Anwendungen für deinen Alltag

Hast du Lust darauf bekommen, deine Realität mit Augmented Reality zu erweitern? Dann stellen wir dir gerne noch drei Apps vor, die einfach nur Spaß machen.

Audi-Betriebsanleitung auf dem Smartphone

Auto-Bauer Audi möchte, dass Betriebsanleitungen abspecken und verständlicher werden. Dafür nutzt der Konzern AR-Technologie: in verschiedenen Audi-Modellen können Fahrer ein Foto verschiedener Fahrzeugteile machen und bekommen eine Betriebsanleitung auf dem Smartphone. Die App „Audi eKurzinfo“ gibt’s für iOS und Android, einen Eindruck bekommst du in diesem Video:

Ikea-Möbel aus dem Katalog in deinem Wohnzimmer

Wie sähe eigentlich dieses Sofa in meinem Wohnzimmer aus? – Möbel-Shopping ist nicht immer einfach, es braucht schon etwas Vorstellungskraft, zuweilen auch Geschick im Ausmessen, um die chicen Katalogobjekte einziehen zu lassen. Ikea hat sich im Jahre 2013 etwas einfallen lassen, was die Möbelwahl erleichtert: über die App (iOS/ Android) kannst du Möbel aus den Ikea-Katalogen virtuell in deine eigenen vier Wände stellen. Und so funktioniert der Einrichtungsspaß:

Yelp Monocle zeigt, was hinter der Fassade steckt

Das Bewertungsportal Yelp hat natürlich seine eigene App (iOS/ Android) und in dieser App existiert mit der Monocle-Funktion ein AR-Tool, das dir Näheres zu deiner Umgebung verrät. Wenn du auf ein Gebäude zielst, erfährst du mehr darüber, kannst quasi hinter die Fassade schauen, ohne einzutreten. Praktisch: bei Restaurants und Shops erkennst du gleich, ob Service und Angebot stimmen, denn natürlich werden die Yelp-Bewertungen mit eingeblendet. Das Monocle-Feature kannst du im folgenden Film ab Minute 0:50 kennenlernen:

Kennst du weitere Anwendungsgebiete, in denen Augmented Reality den Alltag erleichtert und die du mit unseren Lesern und uns teilen möchtest? Dann her damit – in den Kommentaren oder bei Facebook.


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