WLAN-Ratgeber: so richtest du dein Drahtlos-Netzwerk sicher & zuverlässig ein

Du kannst den WLAN-Router durch den Laptop ganz leicht selber einrichten. Man muss dabei nur ein paar Grundregeln beachten.

Du kannst den WLAN-Router durch den Laptop ganz leicht selber einrichten. Man muss dabei nur ein paar Grundregeln beachten.

Im WLAN-Ratgeber erfährst du, wie du dein Drahtlos-Netzwerk einrichtest, welche Hardware nützlich ist und wie du dich vor ungebetenen Gästen schützt.

WLAN-Ratgeber – Hardware: Router, Splitter & Co.

Zuerst kümmerst du dich um die Hardware. Oftmals liefert der Provider die wichtigste Hardware kostenfrei zum DSL-Vertrag, sodass du lediglich eine Netzwerkkarte benötigst, die jedoch bei Rechnern mittlerweile zur Standardausrüstung gehört. Möchtest du mehrere Computer im Drahtlosnetzwerk anmelden, benötigst du einen Router. Die einzelnen Komponenten zum WLAN einrichten im Überblick:

  • Router: dein Router ist quasi die Schaltzentrale im Netzwerk. Rechner, Drucker und weitere Endgeräte, die im Netzwerk angemeldet werden sollen, treffen sich hier zentral, um ins Word Wide Web zu gehen. Am Router findest du verschiedene Anschlüsse: die hellgraue Buchse wird als DSL-Anschluss verwendet oder als TV-Kabelmodem. Mit meist auffälligen Farben wie Rot oder Gelb werden die PC- bzw. Switch-Anschlüsse kenntlich gemacht. Verfügt der Router über eine USB-Buchse, können hier externe Netzwerkfestplatten oder auch Netzwerkdrucker angeschlossen und von jedem verbundenen Arbeitsplatz genutzt werden.
Ein Router wie FritzBox ist quasi die Schaltzentrale in deinen Heimnetzwerk.

Ein Router wie FritzBox ist quasi die Schaltzentrale in deinen Heimnetzwerk.

  • Gigabit-Switch: ein Gigabit-Switch dient bei älteren Routern, die diese Funktion noch nicht integriert haben, als Verteiler, um von der vollen Surfgeschwindigkeit zu profitieren. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass eine Gigabit-Netzwerkkarte im Rechner arbeitet. Ein Netzwerk verbindet Switch und Router.
  • Netzwerk-Kabel: achte beim Kabelkauf unbedingt auf Gigabit-Technik. Ältere Kabel aus der Kategorie 5 (CAT5) taugen nichts für heutige Anforderungen.
  • Netzwerkkarte: Computer-Modelle, die etwa bis 2006 gefertigt wurden, bieten häufig nur Fast Ethernet – weit entfernt von heutigen Standards. Eine Gigabit-Netzwerkkarte sorgt für flotteres Tempo. Bei betagten Notebooks lohnt sich der Wechsel rechnerisch oft nicht, jedoch solltest du beim (Gebraucht-)Kauf darauf achten, dass heutige Standards, also Gigabit-Netzwerkkarten, verbaut sind.
  • Netzwerk-Festplatten: zur Pflicht, um ein WLAN-Netzwerk einzurichten, gehören nur Computer und Router, wir kommen nun also schon zur Kür. Verbindest du Netzwerk-Festplatten mit dem Router, kann jeder im Netzwerk eingebundene PC darauf zugreifen. Praktisch ist so ein zentraler Speicher für Musik und Filme, aber auch zur Datensicherung. Wenn dein Router mit USB ausgerüstet ist, kannst du kabelgebunden auch herkömmliche externe Festplatten anschließen.
  • Netzwerk-Drucker: verfügst du über einen Drucker mit WLAN- oder Ethernet-Adapter, kannst du ihn direkt via Router anschließen. Das ist praktisch, da das Gerät sofort sämtlichen Endgeräten im Netzwerk zur Verfügung steht.
  • WLAN-Verteiler: um die Reichweite deines Funknetzwerkes zu vergrößern, sind WLAN-Verteiler, auch WLAN-Repeater genannt, praktisch. Die Datenübertragungsrate des jeweiligen Funknetzwerks wird halbiert, denn so ein Repeater kommuniziert sowohl mit dem Wireless Access Point als auch mit den einzelnen Rechnern im Netzwerk. Ein WLAN-Stromnetz-Adapter ist eine adäquate Alternative zum Repeater: er überträgt die Daten über hausinterne Stromleitungen.

WLAN-Problemen schon beim Routerkauf vorbeugen

Vorbeugen ist besser als heilen – das trifft auch auf Netzwerktechnik zu. Vom Provider mitgelieferte WLAN-Router haben nicht immer die besten technischen Eigenschaften an Bord. Möchtest du dir deshalb selbst einen WLAN-Router kaufen, kannst du auf die folgenden Punkte achten:

Der WLAN-n-Standard gehört zu neueren Routern bereits dazu. Möchtest du jedoch auch für die Zukunft gerüstet sein, greifst du idealerweise zu einem Gerät, das WLAN-ac bereits unterstützt. Mit besseren Übertragungsgeschwindigkeiten und einem größeren Funkkanal nutzt du so bei mehreren ins Netzwerk eingebundenen Geräten schnellere Bandbreiten und spürbar stabilere Funkverbindungen.

Achte beim Kauf auch auf Dualbandfähigkeit. Bedeutet: der Router unterstützt idealerweise ein Frequenzband um 2,4 GHz und eines um 5 GHz. Ein bis zwei USB-Schnittstellen sind außerdem für den Anschluss weiterer Geräte, etwa dem Netzwerkdrucker oder der Festplatte, sinnvoll. Aus Sicherheitsaspekten sollte der Router den Verschlüsselungsstandard WPA2 unterstützen.

Das typische Heimnetzwerk

Durch den heimischen WLAN-Router ist jeder in der Familie mit dem WLAN verbunden. WLAN-Ratgeber

Durch den heimischen WLAN-Router ist jeder in der Familie mit dem WLAN verbunden. (Quelle: „ND0_4521“ von N i c o l a, Lizenz: CC BY 2.0)

Im Arbeitszimmer oder im Flur nahe dem Telefon befindet sich zumeist der WLAN-Router. Das Notebook aus dem Dachgeschoss ist damit genauso verbunden wie der Fernseher im Wohnzimmer. Auch der Rechner im Keller, an dem via USB der Netzwerkdrucker angeschlossen ist, möchte versorgt werden. Nun kommt es auch auf die Beschaffenheit des Hauses/ der Wohnung an: Wände, die in Trockenbauweise, also per Gipskarton, errichtet sind sowie Stahlbetondecken hindern die Funkwellen oft an der Übertragung. Bei älteren Stromleitungen können WLAN-Stromnetz-Adapter ausgebremst werden, bei neueren Leitungen sind sie jedoch extrem hilfreich. Deshalb machen Kombinationen Sinn:

Dein WLAN-Stromnetz-Adapter mit WLAN-Funktion verteilt das Netzwerk in sämtliche Stockwerke. Verwendest du mehrere Adapter, beispielsweise je einen in Keller, Erd- und Obergeschoss, schließen sich diese automatisch zusammen, um dir somit ein großes WLAN-Netzwerk zur Verfügung zu stellen.

Den Router platzierst du idealerweise so zentral wie irgend möglich. Vermeide bitte ungünstige Orte, etwa hinter Schränken, damit die Sendeleistung nicht negativ beeinträchtigt wird. Lebst du in einem Mehrfamilienhaus oder in Ballungsgebieten, kann es aufgrund zahlreicher Netzwerke zu Qualitätseinbußen kommen. Vermeiden kannst du dies, indem du dir die Kanäle, auf denen die WLAN-Netzwerke der Umgebung funken, schon im Vorfeld ansiehst. Ballt es sich, was zu erwarten ist, kannst du auf einen einsameren Kanal wechseln. Erledige diesen Schritt möglichst frühzeitig, um nicht im Nachhinein noch mal jedes Gerät neu anmelden zu müssen.

Auch bei der Namensvergabe deines Netzwerks ist Aufmerksamkeit gefragt: Benenne dein Netzwerk, wenn dein Router über diese Funktion verfügt, möglichst eindeutig, insbesondere wenn du in einem Ballungsgebiet lebst. Sonst findest du dein Netzwerk in einem Wust aus „WLAN9537“ und „Fritz!Box 3370“ nicht mehr. Bedenke auch, dass das nachträgliche Ändern des Namens dazu führt, dass du sämtliche Geräte neu im Netzwerk anmelden musst.

Hast du alle Einstellungen am Router vorgenommen, was je nach Routermodell länger oder kürzer dauern kann, meldest du deine Geräte im Netzwerk an. Grundsätzlich funktioniert das immer recht ähnlich: erst muss das Gerät deinen WLAN-Router ausfindig machen, was aufgrund der wohl überlegten Netzwerk-Namensfindung kein Problem sein sollte. Hat dein Gerät das richtige Netzwerk gefunden, verbindest du dich mithilfe deines Passworts.

WLAN für Gäste nutzen & erweitern

Den Router platzierst du idealerweise so zentral wie irgend möglich. Vermeide bitte ungünstige Orte, etwa hinter Schränken, damit die Sendeleistung nicht negativ beeinträchtigt wird - WLAN-Ratgeber

Den Router platzierst du idealerweise so zentral wie irgend möglich. Vermeide bitte ungünstige Orte, etwa hinter Schränken, damit die Sendeleistung nicht negativ beeinträchtigt wird. (Quelle: „FON Wireless Router“ von nrkbeta, Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Bekommst du öfter mal Internet-affinen Besuch, macht es Sinn, diesem Zugang zu deinem WLAN zu gewähren. Einige WLAN-Router erlauben hierfür Gastsitzungen, die den Vorteil haben, dass du nicht dein gesamtes Netzwerk für den Besuch öffnen musst. In aller Regel richtest du dafür ein spezielles Gästepasswort ein, die Zugriffe werden protokolliert und oftmals besteht auch die Option, den Gastzugang zeitlich zu limitieren.

Ist deine Wohnung oder dein Haus ungünstig geschnitten oder wurden WLAN-unfreundliche Baumaterialien verwendet, kannst du, wie bereits angesprochen, die Reichweite mithilfe von Repeatern erweitern. Den Repeater platzierst du idealerweise genau an dem Rand, den der Router gerade noch so abdeckt. Hier empfängt der Repeater nun das WLAN-Signal und verteilt es im weiteren Raum verstärkt. Da sich jedoch Repeater mit dem Router verbinden müssen, ist es nicht möglich, die Reichweite von Repeater zu Repeater verstärken zu wollen.

Sicherheitstipps: so nutzt du dein WLAN-Netzwerk sicher

Du hast deinen Router korrekt platziert, dein Netzwerk benannt, den richtigen Kanal ausgewählt, mit Repeatern dort verstärkt, wo es nötig war, und alle Geräte eingebunden – wunderbar. Warte jedoch noch mit dem Surfen, bis du die folgenden Sicherheitstipps angewendet hast, denn ein ungeschütztes WLAN-Netz ist Einfallstor für geizige Nachbarn oder – viel schlimmer – Datendiebe, die womöglich sensible Daten von deiner Festplatte räumen. Angenommen, Nachbars Sprössling lädt sich illegaler Weise Filme über deine IP-Adresse, kannst du riesigen Ärger bekommen. Die Haftungsansprüche aus illegalen Raubkopien sind noch immer eine Grauzone; einige aktuelle Urteile zum Thema werden auf Wikipedia verlinkt. Mit den folgenden Tipps sicherst du dein Netzwerk ab:

  • Kennwortvergabe am Router: um dein Routermenü vor unbefugtem Zugriff zu schützen, benötigst du ein sicheres Kennwort. Sicher meint: idealerweise um die 12 – 16 Stellen und mit Groß-, Kleinbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen gespickt. Auf keinen Fall solltest du ein Wort wählen, das im Wörterbuch zu finden ist.
  • WLAN-Passwort: dasselbe gilt für das WLAN-Passwort. Bleibst du bei dem, was auf der Routerrückseite aufgedruckt ist, kannst du Probleme bekommen: genau dieselbe Zeichenfolge wird häufig für verschiedene Geräte vergeben.
  • Abschalten: so einfach wie dieser Tipp ist, so gut ist er auch: wenn du dein WLAN-Netzwerk gerade nicht in Gebrauch hast, schalte es ab. So kann niemand eindringen, denn Funknetzwerke sind nur dann angreifbar, wenn sie funken. Einige Router bieten auch Abschaltpläne, sodass du etwa Zeiten festlegen kannst, in denen das WLAN automatisiert abgeschaltet wird.
  • Verschlüsseln: der aktuelle Verschlüsselungsstandard bei WLAN-Geräten ist WPA2, während das ältere WEP als unsicher gilt.
  • Namensänderung: diesen Punkt haben wir oben bereits angesprochen, er dient auch der Sicherheit deines Netzwerks: ändere die Funknetzwerkkennung (SSID). Verwende idealerweise einen Namen, der sich nicht direkt mit dir in Verbindung bringen lässt – deine Adresse oder dein Nachname wären also gänzlich unbrauchbare Netzwerknamen.
  • Unsichtbares Netzwerk: eine weitere sehr gute Schutzmethode ist das Unsichtbar-machen deines Netzwerks. Du kannst die SSID unterdrücken, sodass sich dein Netzwerk vor anderen Anwendern versteckt, wenn diese ein WLAN-Netzwerk suchen. Allerdings existieren Spähprogramme, mit denen Datendiebe dein Funknetz dennoch ans Tageslicht befördern können.
  • DHCP & feste IP: Achtung, dieser Tipp sorgt für ein Mehr an Arbeit, aber auch für ein Mehr an Sicherheit! Der DHPC-Server im Router dient dazu, sämtlichen Endgeräten, die sich im Netzwerk befinden, alle nötigen Infos rund um die Kommunikation mit dem Router zuzuspielen. Den DHCP-Dienst kannst du abschalten, jedoch musst du dann sämtliche nötigen Informationen selbst ins Endgerät eintragen. Alle Geräte im Netzwerk müssen über feste IP-Adressen verfügen, wenn du dich dazu entscheidest, DHCP abzuschalten. Die notwendigen Einstellungen findest du unter Windows unter Start –> Systemsteuerung –> Netzwerk & Internet –> Netzwerk- & Freigabecenter –> Adaptereintellungen ändern. Klicke mit der rechten Maustaste auf „Eigenschaften“, dort auf „Eigenschaften von Internetprotokoll (TCP/IP). Wichtig: Router und Endgerät müssen sich im selben Adressraum befinden! Bedenke auch den höheren administrativen Aufwand: möchtest du einen Gastzugang einrichten, müssen sämtliche Konfigurationen manuell auf jedem einzelnen Gerät eingetragen werden.
  • Mac-Filter: viele Router erlauben die Einstellung, dass sich ausschließlich bestimmte Geräte im WLAN anmelden können. Die Mac-Adresse ist die eindeutige Kennung jeder Netzwerkkarte in PCs und Notebooks. Pro Karte ist diese Mac-Adresse weltweit einmalig. Trägst du nun in deinem Router die Mac-Adresse deines Rechners ein, bekommt nur dieser Netzwerkzugriff – theoretisch. Spezielle Software erlaubt es Datendieben, deinem Router jede x-beliebige Mac-Adresse vorzugaukeln. Der Nachteil ist auch hier der höhere administrative Aufwand, denn wenn dein bester Freund sein iPhone nun auch mit dem Netzwerk verbinden möchte, muss die eindeutige Mac-Adresse manuell im Router freigegeben werden.

Haben wir etwas Wichtiges vergessen? Hast du noch weiter Tipps für uns, wie man sein Heimnetzwerk ausbauen sollte?

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